Hackbraten an Heiligabend

Hackbraten an Heiligabend

© Matthias Weber

„Fröhliche Weihnachten!“, rief Frank und schüttelte eine billige Blechglocke vor Max’ Gesicht. Sie produzierte einen Höllenlärm.

Max sah von der Tastatur auf und blickte Frank über den Rand seiner Brille verständnislos an. „Wie bitte?“

„Morgen ist es so weit! Weihnachten, Mann!“ Mit einer lässigen Handbewegung warf Frank die Glocke hinter sich. Sie landete scheppernd auf dem abgewetzten Parkett und schlitterte an die Wand.

„Weihnachten“, echote Max, als habe er dieses Wort nie zuvor gehört.

„Jaaa, Mann! Du weißt schon … geschmückte Tannenbäume, Glühwein, Lichterketten, Gänsebraten, noch mehr Glühwein, viele Geschenke … das Fest der Liebe!“ Mit den Fingern schnipsend tanzte Frank durch den Raum und summte irgendeinen populären Christmas-Hit. Als er merkte, dass Max sich unbeeindruckt wieder an die Arbeit machte, blieb er enttäuscht stehen. „Ist nicht Dein Ding, oder?“

„Deine Darbietung?“ Max schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich.“

„Nee … ich meine Weihnachten und so.“ Frank ließ sich in einen tiefen Sessel fallen und streckte seine langen Beine aus. „Was machst Du an den Feiertagen?“

„Arbeiten“, antwortete Max und hackte weiter mechanisch auf die Tastatur ein.

„Die ganze Zeit? Das meinst Du nicht ernst, oder?“

„Warum nicht?“

Mühsam schälte sich Frank aus den weichen Polstern. „Hast Du denn keine Familie? Und was ist mit Deiner Freundin?“ Mit einem Mal wurde ihm klar, wie wenig er über Max wusste, obwohl er nun schon fast ein Jahr mit ihm zusammen arbeitete.

„Weit weg“, war alles, was Max dazu sagte.

„Weihnachten ganz allein … Mann, das ist hart …“ sagte Frank mit echtem Bedauern und fügte entschuldigend hinzu: „Sorry, das wusste ich nicht.“

„Kein Problem“, erwiderte Max. „Ich komme ganz gut damit zurecht.“

„Trotzdem solltest Du nicht zuhause sitzen und arbeiten.“ Frank stand jetzt wieder vor Max’ Tisch.

„Das werde ich nicht.“ Max griff nach seiner Tasse und lehnte sich entspannt zurück.

„Dann bin ich ja beruhigt“, sagte Frank.

Max trank den letzten Schluck Kaffee. „Ich werde hier sein, nicht zuhause“.

„Hier?“, rief Frank entsetzt. „Du willst die Feiertage im Büro verbringen?“

Max stand auf und schlenderte Richtung Küche. „Das Projekt soll bis Anfang Februar abgeschlossen sein, und wann kann ich schon mal drei Tage lang ungestört durcharbeiten?“

Frischer, duftender Kaffee sprudelte dampfend aus dem Automaten.

Frank lief ihm nach. „Das geht nicht, Mann. Du kannst Weihnachten nicht arbeiten … das ist nicht okay!“

Max nippte ganz ruhig an seiner Tasse. „Wer sagt das?“

„Na, alle sagen das … der Papst zum Beispiel!“ Frank goss sich ebenfalls eine Tasse ein. „An Weihnachten wird die Geburt Christi gefeiert.“

„Ich wette, der Papst arbeitet in dieser Zeit ohne Unterbrechung“, erwiderte Max.

„Das ist was anderes.“ Frank trank zwei große Schlucke und verzog wie immer das Gesicht, wenn der Kaffee nicht die richtige Stärke oder Temperatur hatte. „Aber mal ehrlich … bedeutet Dir Weihnachten denn gar nichts?“

Max nahm das Sofa in Beschlag und dachte ein paar Sekunden über diese Frage nach, bevor er antwortete. „Weihnachten bedeutet mir sogar eine ganze Menge … weil es mich an meine Kindheit erinnert.“ Er blickte zu Frank auf. „Weißt Du noch, wie es war, als Kind Weihnachten zu erleben? Der Zauber des ersten Schnees, der die ganze Welt in einen magischen Ort voller Wunder und fantastischer Möglichkeiten verwandelte? Die freudige Erwartung, die über diesen Tagen lag?“

Als Frank ihn erwartungsvoll ansah, fuhr Max fort. „Wir wohnten in einem kleinen Haus am Stadtrand. Meine Eltern waren nicht reich, nicht mal wohlhabend. Trotzdem hat es mir nie an etwas gefehlt. Und irgendwie schafften sie es immer, Weihnachten zu einem prächtigen Fest zu machen. Tagsüber durfte ich mit meinen Freunden draußen spielen. Dann liefen wir durch die Straßen und übertrumpften uns gegenseitig mit den verrücktesten Ideen, was das Christkind uns wohl bringen würde. Eine Mondrakete. Eine meterhohe Torte. Ein Rennpferd mit Düsenantrieb. Dabei wussten wir, dass alles nur Quatsch war, und haben uns kaputt gelacht. Wenn es dunkel wurde, schauten wir einen der alten Spielfilme an, die im Nachmittagsprogramm liefen, und dazu gab es heiße Schokolade und Plätzchen, die meine Mutter gebacken hatte. Unser Fernseher war ein museumsreifes Schwarz-Weiß-Gerät, aber das hat uns nie gestört. Wenn wir erst mal tief in den Film eingetaucht waren, kam es uns so vor, als sähen wir ihn in den leuchtendsten Farben.“

Max blickte durch die hohen Fenster des Ateliers nach draußen in die Dämmerung. „Wie gesagt, wir lebten in einem kleinen Haus, und das Wohnzimmer war geradezu winzig, doch für eine Tanne war immer Platz. Keine Ahnung, wie mein Vater es angestellt hat, aber jedes Jahr bekamen wir einen herrlich bunten kitschigen Christbaum. Na ja, manchmal musste er ein paar Äste von der Rückseite wegschneiden, um den Baum tiefer in die Ecke zu schieben, doch er hat das immer so geschickt gemacht, dass wir noch ein paar Päckchen und Krippenfiguren dazu stellen konnten. Es gab nur wenige Geschenke, doch sie waren stets mit so viel Sorgfalt und Liebe ausgewählt, dass sie uns riesig vorkamen.“

Franks Handy summte, doch er ignorierte es. „Erzähl weiter“, bat er.

… wie diese Geschichte weitergeht, erfährst du in dem Buch/eBook

Weihnachten. Weihnachtsgeschichten und WeihnachtsgedichteWeihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
Dr. Ronald Henss Verlag

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Sabine Ludwigs: Weihnachtsmauern

Weihnachtsmauern

© Sabine Ludwigs

Das Jahr, in dem ich diese wundersame Sache erlebte, war das erste Jahr, in dem um unseren Weihnachtsmarkt Betonbarrieren errichtet wurden.

Ich spreche nicht gerne über mein Erlebnis. Denn immer, wenn ich zu der Stelle mit den Engeln komme, werde ich komisch angeschaut. Aber manchmal erzähle ich die Geschichte eben doch.

Also. Das Jahr, in dem diese wundersame Sache passierte, war das erste Jahr, in dem um unseren Weihnachtsmarkt Betonbarrieren errichtet wurden. Taktische Sperren nannten es die Verantwortlichen vage, Antiterrorsperren oder Terrorbarrieren die Medien. Es handelte sich dabei um riesige, graue Betonquader von je drei Tonnen Gewicht. Die Oberseiten der Blöcke waren mit Noppen besetzt, die Kanten rotweiß markiert. Das Ganze erinnerte fatal an groteske Legosteine. Drei Tage waren Arbeiter mit Kränen und schweren Baufahrzeugen damit beschäftigt, die Quader zu verzahnen. Dann stand das zwei Meter hohe Ding fertig da.

Es sah irgendwie aus, als wäre die Absicht der Erbauer nicht gewesen, den Weihnachtsmarkt und seine Besucher zu schützen. Sondern als hätten sie das vorweihnachtliche Spektakel eingemauert, um es vom Rest der Welt fernzuhalten.

Obwohl ich schon seit Jahren keine Weihnachtsmärkte mehr besuchte, weil sie mir zu voll und kommerziell geworden waren, empfand ich den Anblick als bedrückend. Er war umso bedrückender, weil die Mauer grob und von hässlichem Grau war. Sie ließ mich an eine mittelalterliche Festung denken, vor der bewaffnete Polizisten patrouillierten. Und so oft ich auch auf meinem Weg zur Arbeit oder nach Hause durch die Winterdunkelheit an der Terrorbarriere vorüberging – es machte den beklemmenden Mittelalter-Eindruck nicht besser. Ich hätte niemals gedacht, dass Antiterrormauern einmal zu Weihnachten gehören sollten.

Doch hinter der Mauer musste es anders sein. Sehen konnte ich nichts. Aber eifriges Werkeln war zu hören, dazu geschäftiges Rufen. Tagelang herrschte Betriebsamkeit. Ich wusste, die Leute verlegten Stromleitungen, bauten Büdchen auf, schmückten sie mit Girlanden und Lämpchen. Am Freitag mussten sie die lebensgroße Krippe aufgestellt haben, denn es wurden, wie jedes Jahr, zwei Schafe und zwei Esel für den Stall herbeigetrieben.

Dann war der Markt eröffnet. Wie aus einem adventlichen Füllhorn quoll es hinter den Quadern hervor: Binnen Kurzem roch es nach Heu, Stroh und Tannennadeln. Und bald darauf nach gebranntem Süßem. Deftige Gerüche sowie duftende Dämpfe von Glühwein und Honigmilch mischten sich darunter. Festliche Musik ertönte, untermalt von Stimmengewirr und dem gelegentlichen Klang goldener Glöckchen, die an den Geschirren der alten Karussellpferdchen schellten, wie schon zu meiner Kinderzeit. Die oberen Gondeln des sich drehenden Riesenrades schaukelten behäbig oberhalb der Mauernoppen und Budengiebel. Und über allem lag, wie Wetterleuchten, der Schein sich vermischender bunter Lichter von hinter der Weihnachtsmauer – wie ich sie plötzlich nannte.

Ich musste an Goscinny und Uderzo denken, an ein von ihnen erdachtes Dorf: das einzige von unbeugsamen Galliern bevölkerte, das nicht aufhörte, dem Eindringling Widerstand zu leisten, wie es in den immer gleichen Einleitungen ihrer Asterix-Bücher heißt. Das Dorf darin hat keinen Namen. Aber manchmal nennen sie es das Dorf der Verrückten. Und genau so kam mir dieser Ort vor – wie ein Dorf der Verrückten.

An jenem Abend beschloss ich wider meine Gewohnheiten, den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Ich wollte zu den Verrückten hinter der Weihnachtsmauer gehören, den Unbeugsamen. Also mischte ich mich unter die Marktbesucher, die Weihnachtschmuck und Geschenke kauften, aßen und tranken. Ich genoss Bratwurst und Glühwein. Wir hörten dem Kinderchor zu, dann den Trompetenbläsern. Freunde trafen sich, ich grüßte Bekannte, Eltern sahen ihren Kindern zu, die auf der kleinen künstlichen Eisfläche Schlittschuh liefen.

Einige Besucher bewunderten die Krippe mit den Tieren, andere ließen sich mit dem Weihnachtsmann fotografieren. Fröhliche Gesichter – überall. Leuchtende Augen, lächelnde Münder. Manche Leute trugen alberne Weihnachtsmützchen oder Engelshaar. Lichterglanz und Adventsstimmung, wohin ich schaute. Es war, als liefe alles auf einen besonderen Höhepunkt zu.

Wohlig breitete sich in mir weihnachtliche Vorfreude aus, die ich beinahe vergessen hatte. Es war ein schönes Gefühl. Wie kurz vor der Bescherung am Heiligabend oder einem Besuch der nach Weihrauch duftenden Mette um Mitternacht. Ich wusste nicht, für wie lange sie Antiterrorsperren zur Weihnachtszeit aufstellen müssen. Wie es in anderen Städten auf den Märkten hinter deren Terrorbarrieren aussah. Oder was die Menschen – die Verrückten – dort fühlten. Ich hoffte aber, sie spürten das Gleiche wie ich.

Die seltsame Eintracht und Herzlichkeit breitete sich weiter unter den Weihnachtsmarktbesuchern aus. Das Licht um uns verdichtete sich. Als flösse es von überall her zusammen wie Flüssigkeit in einem Gefäß. Die Atmosphäre war hoffnungsfroher und friedvoller als jenseits der Weihnachtsmauer. Und über uns prangte, zum Greifen nahe, das sternenflimmernde Band der Milchstraße.

Ich vermochte nicht abzuschätzen, wie schnell oder langsam die Minuten vergingen. Aber plötzlich schien die Zeit stillzustehen. Und dann – ich weiß, wie das jetzt klingt! – geschah es. Der Himmel kam herab! Ich stand wie auf Wolken und alles schien zu schweben. Es knisterte und flüsterte, als die Luft sich mit unsichtbaren Präsenzen füllte, die eindeutig nicht von dieser Welt waren. Eine tiefe Sehnsucht nahm mir schier den Atem und für einen nicht enden wollenden Herzschlag war da ein überirdisches Strahlen in mir. Und diese Empfindung, die ich kaum beschreiben kann. Vielleicht am ehesten als himmlische Ruh‘?

In dieser Stille hörte ich sie singen.

Die Engelschöre.

„Hosianna!“, sangen die Engel mit Stimmen wie Rauschen im Wind. „Hosianna!“ Und vom Friede auf Erden und dem Licht der Welt. Allmählich wurden die Stimmen leiser. Ehe sie gänzlich verstummten. Schließlich ertönte da nur noch die Musik vom Weihnachtsmarkt. Doch das Leuchten, die Wärme und die wundersame Stimmung, sie schwangen weiter in der Winterluft. Etwas davon nahm ich mit mir. Und wenn ich mich an die Gesichter der Menschen dort erinnere, war ich wohl nicht die Einzige.

Niemals habe ich einen Weihnachtsmarkt intensiver, heller und mystischer erlebt als in jenem beklemmenden Jahr, in dem zum ersten Mal die Terrorsperren errichtet wurden. Ich freute mich auf viele weitere Weihnachtsmarktbesuche! Betonbarrieren störten mich nicht. Wusste ich doch, dass Wundersames hinter ihnen liegen kann …

 

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Patricia Koelle: Adventskalender 1


Christkindl’s Bastelstube
Adventskalender 1 – Die Burg

© Patricia Koelle

Adventskalender – Die Burg – Patricia Koelle – Bastelanleitung

Für den Fall, dass auch am Nordpol einmal schwere Zeiten kommen oder es einfach zu viele sehr neugierige Kinder gibt, besitzt der Weihnachtsmann eine Burg, in der er Geschenke sicher verstecken kann. Sie dient hier als Vorbild für einen Adventskalender, der sich für kleine Ritter oder große Mittelalterfreunde eignet und in der Herstellung fast nichts kostet, es sei denn, man mag keinen Käse.
Man benötigt nämlich mindestens 20 – besser 24 – Käseschachteln aus Pappe, die allerdings relativ schnell zusammenkommen, wenn man sich und seinen Gästen gern mal etwas Gutes gönnt. Außerdem hat man ja nun beim Bezahlen des zugegeben teuer gewordenen Käses den Trost, dass man sozusagen einen Adventskalender gratis dazu bekommt. Man muss sich also weniger ärgern, worüber sich wieder der Weihnachtsmann freut.

Ferner braucht man einen alten Karton, aus dem die Grundplatte geschnitten werden kann, und Plakafarbe, um sie anzumalen oder Folie/Geschenkpapier, um sie je nach persönlichem Geschmack zu bekleben. Auch Schneespray bietet sich an, dies allerdings unbedingt erst nach der Burgmontage. Nötig ist außerdem Doppelklebeband (notfalls geht jeder Kleber).

Nun fehlen nur noch ein paar Styroporteile aus den alten Verpackungen, die ohnehin schon lange nutzlos im Keller herumliegen. Es geht aber auch mit den restlichen Pappteilen des Kartons, aus dem die Grundplatte geschnitten wurde.

Wenn man demjenigen, der den Adventskalender erhalten soll, gleichzeitig ein Weihnachtsgeschenk machen möchte, kann man übrigens auch ein schönes Tablett als Grundplatte verwenden; es wird nicht beschädigt.

Die Deckel der Käseschachteln werden außen herum angemalt oder beklebt, da der Weihnachtsmann der Einzige ist, der es sich leisten kann, keine Werbung zu machen und wir daher auf hässliche Schriftzüge verzichten können.

Während die Farbe trocknet, bekleben wir die Grundplatte und montieren den mittleren Gebäudeteil der Burg aus Pappe (oder Styropor), die wir mittels Tesafilm zusammenkleben (oder mit Zahnstochern oder Draht zusammenstecken). Die vordere Wand kann mittels zwei Bändern als Zugbrücke gestaltet werden, die halb offen steht, damit man das kleine Geschenk im Inneren sieht, das zusätzlich für den 24. gedacht ist. Ist man der Meinung, Bonbons und Schokolade sind ausreichend für den Beschenkten, kann man den Innenraum auch einfach nur schön dekorieren, indem sich z.B. ein Schokoweihnachtsmann auf einem Strohlager ausruht.

Dieser Mittelteil wird mit Doppelklebeband oder Tesafilm auf der Grundplatte befestigt. Das Dach kann man nach Lust und Laune und dem alten Verpackungsmaterial gestalten, das man eben gerade hat.

Drumherum kleben wir vier Käseschachtelunterteile. In jedes legen wir ein Bonbon oder eine in Alufolie gewickelte Praline, einen Zettel mit einer Geschichte, einen Witz, ein Foto, eine Büroklammer…der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, da in den Schachteln relativ viel Platz ist. Dann kommt – logisch- auf jedes Unterteil ein Deckel, auf den wir wiederum ein Unterteil kleben, in das legen wir ein Bonbon…usw. usw. Bis wir vorn zwei Türme aus je 5 Schachteln haben und hinten aus je 7 (oder auch 5, wenn die Schachteln nicht reichen, dann müssen wir in den Mittelteil der Burg eben die restlichen vier Bonbons legen). Oben auf die Türme sollten noch Zinnen, die wir aus übrigen Schachteln schneiden können oder auch aus Pappresten. Man kann natürlich auch echte Steine nehmen. Hier ist viel Platz für Kreativität. Auch das übrige Dekor kann je nach Geschmack und Material gestalten werden. Engel können auf den Türmen wachen, Vögel auf dem Dach sitzen und ein paar Fahnen schaden auf einer Burg auch nichts.

Die Käseschachteln können von 1-24 nummeriert werden oder man überlässt die Reihenfolge dem „Auspacker.“ Auf jeden Fall können die Schachteln geleert werden, ohne dass das Gesamtkunstwerk zerstört wird, da man die Türme an jeder Stelle problemlos anheben und wieder zusammensetzen kann (daher ist der Kalender auch im nächsten Jahr wieder verwendbar). Wer pfiffig ist, markiert sich die geleerten Schachteln mit einem Stern, damit er die letzte Praline nicht verzweifelt im ganzen Gebäude suchen muss.

Und nun allen beschenkten Rittern und ritterlichen Schenkern ganz viel Spaß beim Basteln!

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Patricia Koelle: Adventskalender 2

Adventskalender basteln Bastelanleitung Patricia Koelle

Christkindl’s Bastelstube
Adventskalender 2 – Das Schiff

© Patricia Koelle

Es kommt vor, dass die Rentiere eine Pause brauchen, vor allem heutzutage, da sich die Kinder so viele Geschenke wünschen. Daher benutzt der Weihnachtsmann gelegentlich ein Segelschiff, wenn er zwischen den Kontinenten umherreist. Es wird sogar gemunkelt, das Schiff könne fliegen, allerdings nur mit Hilfe des Weihnachtswindes.

Große und kleine Freizeitkapitäne freuen sich, wenn sie einen Nachbau als Adventskalender bekommen.

Zu Ostern bekommt man oftmals längliche Blumenkörbchen geschenkt, in denen Krokusse, Tulpen und Osterglocken blühen. Wenn diese verblüht sind, wandern die länglichen Körbchen in den Keller. Die Blumenzwiebeln werden auf den Grünstreifen oder in den Garten gepflanzt. Es soll auch Menschen geben, die die verblühten Blumenzwiebeln wegwerfen. Ob diese Menschen vom Weihnachtsmann einen Adventkalender geschenkt bekommen, ist allerdings fraglich. – Dieses längliche Körbchen jedenfalls steht im Keller nur im Weg herum und lockt Spinnen an, deshalb sollten wir es jetzt hervorholen, denn es eignet sich hervorragend als Schiffsrumpf. Wer nur Besuch hatte, der zu geizig war um Blumen mitzubringen, kann sich auch mit dem guten alten Pappkarton behelfen und daraus einen Schiffsrumpf basteln, was mit Schere und Tesafilm (den Letzteren hat ganz gewiss ein Engel erfunden!) wahrlich kein Problem ist.

Was die äußere Dekoration des Schiffs angeht, gibt es mindestens so viel Möglichkeiten wie Sterne, denen die Rentiere ausweichen müssen, wenn sie im Himmel herumfliegen (weshalb es manchmal besser ist, das Schiff zu benutzen).

Ein fahrtaugliches Schiff braucht einen Kiel. Unser Schiff braucht unten ein Gewicht, damit es später nicht umfällt und die Süßigkeiten alle schon an Nikolaus herausfallen.

Ich habe den Ständer eines kaputten Standspiegels benutzt. Gute Bastler können auch ein altes Holzbrett nehmen, ein Loch hineinbohren und eine Stange hineinstecken, die nachher unser Mast wird. Eine größere Grundplatte aus – natürlich – Pappe tut es aber auch; man muss eben nur einen Mast aus Draht oder Holz aufrecht darauf montiert bekommen. Dieser Mast muss ein wenig länger sein, als man denkt.

Wir haben also eine Grundplatte, die entweder schwer oder groß ist, und einen aufrechten Mast. Auf diesen Mast stechen wir zunächst den Schiffsrumpf; so kann das Schiff schon nicht mehr umfallen. Die Grundplatte kann locker mit blauem Papier verkleidet werden, das man hier und da mit Watte unterfüttert; so entstehen Wellen, vielleicht mit dem einen oder anderen Fisch darauf.

Damit das Schiff am Bug eine Spitze bekommt, die wirkungsvoll mit Sternenkettchen etc. dekoriert werden kann und anzeigt, wohin der Weihnachtsmann fährt, legen wir einfach eine Holzstange schräg hinein, so dass sie vornübersteht. Ideal ist ein Kochlöffel von der Sorte mit dem Loch in der Mitte; dieses können wir einfach über den Mast fädeln und bekommen so Stabilität.

Falls der Weihnachtswind sich mal ausruht, braucht der Weihnachtsmann Ruder. Es geht mit Lutschern oder Zuckerstangen, schöner sind zwei nette weihnachtliche Kugelschreiber, die wir in Alufolie so einwickeln, dass jeweils ein Ende einem Paddel ähnelt. Wir fixieren die Paddel mit einer kleinen Drahtschlinge (Büroklammer) an den Seiten des Schiffsrumpfs und kleben z.B. die Nummern 6 und 24 darauf. Ebenfalls an der Seite fixiert wird ein aus Pappe geschnittener Anker, es sei denn, man hat einen ankerförmigen Schlüsselanhänger zur Hand.

In das Schiff legen wir einige Päckchen, die wir z.B. mit den Nummern der Adventssonntage versehen. Hier sollten die dicksten Pralinen drin sein oder die schwersten Radiergummis, Untersetzer oder was wir sonst verschenken sollten. Sie in Alufolie einzuwickeln ist am einfachsten und sieht schön aus, besonders wenn man die matte Seite nach außen nimmt. Wer es bunt mag, nimmt Geschenkpapier.

Nun fehlt nur noch das Segel. Wir schneiden zwei identische Dreiecke aus schönem oder beklebtem Karton, tackern sie an den Kanten mit dem Klammeraffen aneinander (außer an der langen Seite) und stülpen das Ganze einfach über den Mast. Nach Belieben können noch ein paar Extradreiecke darangeklebt werden. Oben können wir einen Zahnstocher mit einer weihnachtlichen Stoff- oder Krepppapierfahne hineinstechen, oder wir kleben von außen auf beiden Seiten noch ein Holzspießchen auf das Segel, da man ja den innenliegenden Mast nicht sieht.

An die Seiten des Segels kommen nun Süßigkeiten, die mit den restlichen Nummern versehen sind, die noch fehlen. Am Besten eignen sich die Schokoladenfiguren mit den Bändchen dran, die als Baumbehang gedacht sind, Engel, Glocken, Tannenzapfen etc. Man fädelt die Bändchen durch kleine Löcher im Segel nach innen und fixiert sie dort mit Tesafilm.

Im Bug könnte natürlich noch ein Weihnachtsmann stehen, dem wir nun gute Fahrt wünschen. Proviant hat er ja genug.

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Drachengeschichten-Adventskalender

Patricia Koelle
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Der kleine Drache Fissinor möchte Menschenkinder kennenlernen – und herausfinden, ob er auch lachen kann. Mit Menschenkindern nimmt man am besten in der Adventszeit Kontakt auf, sagt sein Großvater. Denn in dieser Zeit sind Menschen offener für Erstaunliches. Und so kommt es, dass Lisa und Lukas etwas Ungewöhnliches in ihrem Nikolausstiefel finden, Mondglückchen erhalten und Eispilze kosten dürfen. Fissinor entdeckt dafür Schlittenfahren, Wunderkerzen und Pfefferkuchen. Aber ob er auch das Lachen lernt?

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Patricia Koelle: Adventskalender 3

Adventskalender basteln - Bastelanleitung

Christkindl’s Bastelstube
Adventskalender 3 – Die Hütte

© Patricia Koelle

Adventskalender – Die Hütte – Patricia Koelle – Bastelanleitung

Wenn Wanderer im Winter in den Bergen unterwegs sind, suchen sie gern einmal eine Hütte auf, um sich zu wärmen. Dem Weihnachtsmann geht es da nicht anders. Die Wichtel haben ihm geheime Hütten gebaut, die für den Menschen unsichtbar sind, und wir haben einen Engel befragt, der uns erzählt hat, wie so eine Hütte aussieht. Die Engel hinterlegen in diesen Hütten übrigens Geschenke, damit der Weihnachtsmann seinen Sack auffüllen kann. Daher eignet sich ein Nachbau so einer Hütte hervorragend als Adventskalender.

Hierfür benötigen wir Joghurtbecher – es müssen nicht unbedingt 24 sein, aber 20 wären schon gut. Hier wurden runde, durchsichtige benutzt, es geht aber auch hervorragend mit schlichten weißen – nur müssen sie oben breiter sein als unten. Wenn man es außerdem, wie ich, gelegentlich wagt, seinen Gästen Torten aus der Tiefkühltruhe vorzusetzen, hat man auch gleich die passenden Styroporteile. Man kann auch mit anderen Styropor- oder Pappteilen improvisieren. Allerdings machen sich die Rundbögen der Tortenverpackungen sehr gut. Hier wurden eine große und eine kleine verwendet. Sie wurden jeweils in eine Hälfte und zwei Viertel zerschnitten.

Wir brauchen natürlich auch wieder eine Grundplatte aus dem guten alten Pappkarton, der bemalt, beklebt oder später mit Schneespray bedeckt wird. Darauf bauen wir nun ein halbkreisförmiges Gewölbe, indem wir die Becher in drei Reihen wie eine Mauer aufeinanderschichten, mit den Öffnungen nach außen. Die obere Reihe wird ein wenig nach innen versetzt, so dass ein Gewölbe entsteht. Auf der Grundplatte und aneinander werden die Becher mit Doppelklebeband oder Tesafilm befestigt. Dafür genügt aber kein einfacher Tesafilm, es muss schon der gewebeverstärkte aus dem Baumarkt sein.

Die Vorderwand und den Dachabschluss bauen wir aus den Styroporteilen, die der Stabilität zuliebe untereinander zusätzlich zum Klebeband noch mit Zahnstochern verbunden werden können. Hierbei muss ein Eingang entstehen, der groß genug ist, damit man hineingreifen kann. Wir wollen ja auch nicht, dass der Weihnachtsmann stecken bleibt.

Die Joghurtbecher können nun von außen befüllt werden. Hier sind es wieder in Alufolie gewickelte Pralinen; wer die Hütte bunt haben möchte, kann natürlich verpackte Schokofiguren nehmen oder Geschenkpapier benutzen. Auch hier sollten wir auf die Stabilität achten und die dicksten Pralinen in die unteren Mauerreihen legen, in die obere besser die Lotterielose und kleinen Geschichten. Das Innere der Hütte richten wir gemütlich ein, vielleicht mit einem Sessel aus Pappe für den Weihnachtsmann, und ein paar Geschenke oder Bonbons finden dort auch noch Platz. Davor kann eine Terrasse entstehen oder ein Weg.

Der Topf, in dem die kleine silberne Tanne wächst, ist eine in Folie verpackte Duftkerze, die die Nummer 24 tragen könnte.

Die Joghurtbecher können auch nummeriert werden, hier sollten, wieder wegen der Stabilität, die oberen Reihen zuerst geleert werden, also die kleinen Zahlen erhalten.

Das Dach kann natürlich auch verziert werden, z.B. mit einer Sternengardine, Schneeflocken, etc.

Ja, und nun muss nur noch der Weihnachtsmann eintreffen … oder ist er schon da?

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Patricia Koelle: Adventskalender 4

Adventskalender basteln - Bastelanleitung

Christkindl’s Bastelstube
Adventskalender 4 – Der Garten

© Patricia Koelle

Der Weihnachtsmann hat einige Päckchen über Nacht im Garten liegen gelassen, weil er so müde war. Doch in dieser Nacht hat es unerwartet viel geschneit, und nun sind die Geschenke unter einer dicken Schneedecke versteckt.

Dies ist die einfachste Adventskalenderversion für Menschen mit wenig Zeit, oder Bastelfaule. Für kleine Kinder ist sie allerdings nicht geeignet, nur für größere oder ganz Große.

Man benötigt einen Behälter von der Sorte, die man benutzt um eine Torte auf Nachbars Party mitzunehmen. Beschädigt wird er nicht, man könnte ihn also gleich als Geschenk verwenden. Man kann ihn aber auch nach Weihnachten zurückfordern in der Hoffnung, dass sich dann zum Dank ein leckerer Kuchen darin befindet. Mangels eines solchen Behälters kann auch eine der Keksdosen aus Blech verwendet werden, die sich über die Jahre meist im Schrank ansammeln.

Außerdem brauchen wir eine Tüte Kunstschnee, erhältlich in jedem Bastelladen oder fast überall, wo es Weihnachtsdeko gibt. Mit diesem Schnee füllen wir die Dose zur Hälfte. Nun verstecken wir die Befüllung. Wenn wir Süßigkeiten nehmen wollen, sollten wir sie sorgfältig in Plastiktütchen einschweißen, damit der Kunstschnee nicht hineingerät. Besser eignen sich Buntstifte, Legosteine, besondere Holz- und Glasperlen für eine Halskette, oder z.B. Krippenfiguren – wenn man da zu den üblichen noch ein paar mehr Schafe, zwei Mäuse oder Kaninchen und eine Engelskapelle hinzufügt, kommt man auch auf 24.

Wir verteilen also die Befüllung im Schnee und schütten den restlichen Schnee darüber.

Nun dekorieren wir den Garten mit ein paar Bäumen, einer Bank, einem Schneemann, vielleicht einem Zaun – wie es uns gefällt. Nicht zu üppig, da die Teile bei der Suche nach den Geschenken immer wieder umdekoriert werden müssen (Darum ist dieser Kalender schön für Hobbygärtner oder Kinder, die gern mit dem Puppenhaus spielen). Damit es romantischer wird, können ein paar Glitzersterne auf den Schnee gestreut werden.

Außen herum hängen wir z.B. Schokoeiszapfen, es kann natürlich auch eine Sterngirlande o.ä. sein.

Ferner legen wir einen Löffel bei, mit dem der Beschenkte die einzelnen Sachen aus dem Schnee graben kann. Etwas zu finden wird natürlich schwieriger, je weniger übrig sind; die Spannung steigt dann.

Da die Päckchen nicht nummeriert sind (ist bei dieser Suchmethode nicht ratsam), man aber trotzdem den Überblick behalten sollte, wie viele Tage vergangen sind (sonst sucht man vielleicht immer noch, wenn schon Weihnachten ist : )legen wir noch 24 Aufkleber bei. Für einen Garten bieten sich Schneemänner an, es dürfen auch Sterne etc. sein. Wenn der Beschenkte seinen täglichen Fund ausgebuddelt hat, klebt er jedes Mal einen davon an die Außenwand der Dose. So wird sie bis Weihnachten immer schöner. Wer möchte, kann es auch umgekehrt handhaben und jeden Tag einen Aufkleber von der Dose abziehen.

Wer kein Gartenfreund ist, kann den Kalender auch als Torte dekorieren, indem er ein paar nette Kerzen hineinsteckt und Mini-Glaskugeln als Kirschen auf dem Schnee verteilt.

Zu dieser Jahreszeit sind übrigens, zum Glück, keine Wühlmäuse unterwegs. Nicht ganz so sicher ist, wie es mit den Naschkatzen aussieht, man sollte also morgens auf die Spuren im Schnee achten.

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Der kleine Drache Fissinor möchte Menschenkinder kennenlernen – und herausfinden, ob er auch lachen kann. Mit Menschenkindern nimmt man am besten in der Adventszeit Kontakt auf, sagt sein Großvater. Denn in dieser Zeit sind Menschen offener für Erstaunliches. Und so kommt es, dass Lisa und Lukas etwas Ungewöhnliches in ihrem Nikolausstiefel finden, Mondglückchen erhalten und Eispilze kosten dürfen. Fissinor entdeckt dafür Schlittenfahren, Wunderkerzen und Pfefferkuchen. Aber ob er auch das Lachen lernt?

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Patricia Koelle: Adventskalender 5

Adventskalender basteln Bastelanleitung von Patricia Koelle

Adventskalender basteln
Adventskalender 5 – Der Iglu

© Patricia Koelle

Auch der Weihnachtsmann muss gelegentlich ausspannen. Das kann er am besten beim Eisangeln. Die Wichtel schlagen ihm ein Loch in das Eis und bauen ihm einen Iglu. Die Engel lagern dort auch gleich Geschenke, damit der Weihnachtsmann direkt weiter kann, wenn er sich ausgeruht hat.

Dies ist die Variante für kleine und große Angler und Menschen, die gerne Geduldspiele machen.

Wir brauchen eine große Grundplatte aus Pappkarton, möglichst weiß. Wenn alle anderen Bastelarbeiten abgeschlossen sind, sollte sie noch eine Schicht Schneespray bekommen. Außerdem benötigen wir eine kaputte Plastikschüssel. Wenn wir zu den ordentlichen Menschen gehören, die alles Kaputte sofort wegwerfen, müssen wir den Nachbarn fragen oder eine Schüssel zum kaputtmachen kaufen, was auch Spaß machen kann. Ideal ist eine weiße oder durchsichtige aus nicht zu hartem Plastik. In diese schneiden wir einen Eingang, etwas faustgroß.

Jetzt brauchen wir zunächst unsere Befüllung, z.B. Pralinen/Schokolade, einzeln in Alufolie gewickelt. Wir legen sie ohne Nummern in einem Haufen hinten auf die Grundplatte.

Nun montieren wir die Schüssel umgekehrt über den Schokoladenhaufen auf die Grundplatte, mit dem Eingang nach vorn. Starker Tesafilm genügt hierfür, aber wir sollten großzügig damit sein, damit der Iglu fest steht. Der Kunstschnee versteckt den Tesafilm später. Vor den Eingang bauen wir einen kleinen Tunnel aus Pappe, etwa eine Handbreit lang. Um die Sache gemütlich zu machen, können wir einen roten Teppich aus Krepppapier oder einem Stoffrest hineinlegen.

Vom Eingang können wir einen Weg über die Grundplatte legen, z.B. aus Foliensternen. Vorne rechts (oder links J) kleben wir eine Eisfläche aus einem kaputten (oder ganzen J) Taschenspiegel auf die Platte. Um die Kanten zu verkleiden besteht das verschneite Ufer aus Watte. Wenn wir wollen, können wir noch mit blauer Farbe (z.B. WindowColor) ein Wasserloch auf das „Eis“ malen, evtl. mit Rissen drumherum, denn aus einem Loch muss ja der Weihnachtsmann die Fische geangelt haben.

Jetzt können wir das Schneespray benutzen. (Den Spiegel vorher abdecken). Der Iglu muss großzügig damit bedeckt werden. Dann lassen wir ihn am besten über Nacht trocknen. Danach können mit einem Bleistift oder Zahnstocher die Linien in den Schnee gezogen werden, so dass die Iglustruktur entsteht. Das krümelt ein wenig: macht nichts, umso echter wirkt es.

Oben auf den Iglu kann ein Engel, ein Stern, eine Schneeeule oder was uns gefällt.

Nun stellen wir den Weihnachtsmann neben die Eisfläche und geben ihm eine Angel in die Hand. (Man kann sie auch in einen Halter aus einem Styroporwürfel pieken).Sie besteht aus einem hölzernen Schaschlikstäbchen, Bindfaden und einer zum Haken gebogenen Büroklammer.

Neben den Weihnachtsmann kommt ein Schüsselchen mit seinem Fang: 24 Fische, aus bunter glänzender Folie geschnitten Wir stechen oder stanzen als Auge ein Loch in jeden Fisch.

Nun brauchen wir noch ein Gestell, auf dem der Weihnachtsmann die Fische trocknen bzw. räuchern kann. Es besteht aus zwei Dreibeinen aus kleinen Ästen und einem weiteren Schaschlikstäbchen, dass darüber gelegt wird. Darunter können wir noch ein Feuer aus kleinen Stöckchen und orangenem Papier oder Folie machen.

Nun legen wir dem Ganzen noch einen Haken mit langem Stiel und verdicktem Ende bei, den wir aus Draht biegen können, ein umgebogener Löffel ist noch besser. Dies ist sozusagen Weihnachtsmanns Ersatzangel, und der Beschenkte darf sie benutzen, um jeden Tag eine Praline durch den Eingang aus dem Iglu zu fischen. Hat er dies geschafft, darf er nicht nur die Praline essen, sondern einen der 24 Fische aus der Schale nehmen und auf den Stock über das Feuer hängen (gelocht sind sie ja schon). So behält man die Übersicht, wie viel Pralinen noch da sind J

Und nun pssst …! Wir wollen dem Weihnachtsmann seine Ruhe gönnen und die Fische nicht verscheuchen.

***

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Patricia Koelle: Adventskalender 6

Adventskalender basteln Bastelanleitung von Patricia Koelle

Christkindl’s Bastelstube
Adventskalender 6 – Das leuchtende Haus

© Patricia Koelle

Adventskalender – Das leuchtende Haus – Patricia Koelle – Bastelanleitung

Der Weihnachtsmann ist mit der Arbeit fertig und genießt den Feierabend in einem Haus, in dem die Engel natürlich noch ein paar Reservegeschenke hinterlegt haben, falls jemandem noch ein vergessenes Kind einfällt. Selbst die Sterne am Himmel freuen sich, weil der Weihnachtsmann so fleißig war, und leuchten besonders hell.

Dies ist eine sehr einfache, aber dekorative Variante. Aus dem Bastelladen brauchen wir nur einen großen Bogen dunkelblaues Papier und eine Mini-Lichterkette mit weißen Birnen. Wer mag, kann für die Lichterkette noch Sterne zum Aufstecken besorgen.

Auch einen Pappkarton benutzen wir wieder. Diesmal schneiden wir aber nicht nur eine Grundplatte daraus sondern lassen auch die Rückwand stehen und, wegen der Stabilität, auch ein Stück der rechten und linken Seiten; so haben wir auch gleich einen Gartenzaun für das Haus.

Wir legen den Bogen Papier über die Kartonrückwand, so dass die Hälfte die vordere Seite, die andere Hälfte die Rückseite verkleidet. An der Vorderseite befestigen wir das Papier schon mal ordentlich mit Doppelklebeband, an den Kanten und hier und da an anderen Stellen. Dann stechen wir die Birnchen der Lichterkette in unregelmäßigen Abständen von hinten durch Karton und Papier (mit einer Schere vorbohren. Die Löcher dürfen nicht zu groß sein, sonst bleiben die Birnchen nicht stecken). Wir sollten darauf achten, dass mehrere Lichter in der Mitte sind, davor wird später das Haus stehen. Wenn alle Birnchen montiert sind, verstecken wir den Kabelsalat hinter der zweiten Hälfte des blauen Papiers und befestigen auch dieses mit Doppelklebeband (Ähm – das Kabelende mit dem Stecker sollte allerdings draußen bleiben 🙂

Im Laufe des Jahres bekommt man Besuch, der Pralinen mitbringt. Den Besuch wiederum bewirtet man mit Keksen. Sowohl in den Pralinen- als auch den Keksschachteln sind oft Einlagen aus silbernem oder goldenem Plastik, die viel zu schön aussehen, um sie wegzuwerfen. Wenn man sie gegen das Licht hält, erweisen sie sich als durchsichtig. Für dieses Haus wurden u.a. Einlagen aus Weihnachtskeksschachteln benutzt, deren Vertiefungen sogar sternförmig sind, dies ist aber nicht erforderlich. Wir benötigen mindestens 7 Stück, die möglichst alle gleich groß sind, obwohl man sie notfalls auch zurechtschneiden kann. Und natürlich wieder einmal Tesafilm. In diesem Fall möglichst roten oder grünen. Damit befestigen wir nun die Rückwand und beiden Seiten unseres Hauses auf der Grundplatte und aneinander. Die Rückwand des Hauses sollte dicht vor der Kartonrückwand stehen. Obendrauf kommt auch eine Einlage, wegen der Stabilität, und so haben wir auch gleich einen Dachboden. Wir haben jetzt einen nach vorne offenen Würfel. Nun setzen wir die Vorderseite ein, die wir aber nur links mit Tesafilm befestigen. Rechts bekommt sie einen Türknauf aus einer Holzperle o.ä., die wir auf einen Nagel oder Draht fädeln, durch das Plastik stechen und hinten mit Tesafilm fixieren.

Wenn wir zur Dekoration etwas auf dem Dachboden unterbringen wollen, sollten wir das jetzt tun. Dann schneiden wir zwei Giebeldreiecke, möglichst aus ganz klaren Plastikeinlagen, montieren sie vorn und hinten, kleben dann zwei andere Einlagen am First mit Tesa aneinander und legen das Dach über die Giebel.

Jetzt können wir den Garten und Gartenzaun mit Schneespray dekorieren und vielleicht mit dem einen oder anderen Baum, Engel, Schneemann etc. Zwischen den vorderen Enden des Gartenzauns und den oberen Ecken des Himmels kann man Sterngirlanden ziehen.

Auf das Dach kleben wir einen Wattebausch, so dass Rauch aus dem Schornstein kommt (wer es genau nimmt, kann auch einen richtigen Schornstein bauen, aber das kann die Stabilität belasten).

In die Vertiefungen im Dach können wir nun bunte Bonbons kleben (nicht zu viele, sonst wird es zu schwer). Die restlichen eingewickelten Pralinen oder kleinen Geschenke legen wir in das Haus. Insgesamt sollten es natürlich 24 sein. Nummerieren müssen wir sie nicht. Aber damit der Beschenkte die Übersicht behält, wie viele Tage vergangen sind, legen wir 24 Sternaufkleber bei. Sie können, müssen aber nicht nummeriert sein. Der Beschenkte darf nun jeden Tag das Haus öffnen, eine Praline entnehmen, und danach einen Stern an den Himmel zwischen die leuchtenden Birnchen kleben.

Die Lichterkette leuchtet durch das Haus hindurch, wenn wir es in einer dunklen Ecke aufstellen. Natürlich kann man auch ein bis drei Birnchen ins Innere des Hauses verlegen, aber dann empfiehlt es sich, Matchboxautos, Anziehpuppen oder Gummitiere etc. hineinzufüllen, da Schokolade unter der erstaunlichen Wärmeentwicklung leiden würde.

Und nun, gute Nacht, lieber Weihnachtsmann, schlaf schön …!

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eBook Patricia Koelle: Drachengeschichten-Adventskalender. Weihnachtsgeschichten

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Der kleine Drache Fissinor möchte Menschenkinder kennenlernen – und herausfinden, ob er auch lachen kann. Mit Menschenkindern nimmt man am besten in der Adventszeit Kontakt auf, sagt sein Großvater. Denn in dieser Zeit sind Menschen offener für Erstaunliches. Und so kommt es, dass Lisa und Lukas etwas Ungewöhnliches in ihrem Nikolausstiefel finden, Mondglückchen erhalten und Eispilze kosten dürfen. Fissinor entdeckt dafür Schlittenfahren, Wunderkerzen und Pfefferkuchen. Aber ob er auch das Lachen lernt?

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Advent, Adventskalender, Basteln, Bastelanleitung, Patricia Koelle, Weihnachten, Weihnachtszeit, Adventszeit, Haus,

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Patricia Koelle: Adventskalender 7


Christkindl’s Bastelstube
Adventskalender 7 – Die Eisenbahn

© Patricia Koelle

Adventskalender – Die Eisenbahn – Patricia Koelle – Bastelanleitung

Nicht alle der vielen Weihnachtspäckchen können auf dem Rentierschlitten transportiert werden. Daher greift der Weihnachtsmann gelegentlich auf die Weihnachtseisenbahn zurück, die sich auch hervorragend als Adventskalender nachbauen lässt.

Wir benötigen wieder einmal den guten alten Pappkarton, außerdem ungefähr vier (einen runden Joghurtbecher, doppelt so viele Weinkorken, einige Stecknadeln, eine Styroporplatte (können auch Reste sein). Der Karton wird auf die Seite gelegt, die Klappen nach vorne geöffnet und die obere abgeschnitten. Dann wird er unten mit dem Styropor ausgekleidet, hinten, an den Seiten und außen mit blauem Papier, auf dem auch gerne Sterne oder Schneeflocken sein können (altes Geschenkpapier vom Vorjahr). An der Rückwand können wir mit Styroporresten Berge andeuten.

Nun verlegen wir die Bahngleise. Man kann alten Draht oder Wolle verwenden; ich habe einen roten und einen grünen Pfeifenreiniger benutzt. Mit kleinen Drahtstücken lassen sich diese gut im Styropor verankern. Die Schwellen können aus Bonbons, Zahnstochern, Ohrenstäbchen oder wie hier aus kleinen Ästen bestehen und werden einfach von der Seite unter die Gleise geschoben. Am Anfang und Ende schneiden wir ein Tor in die Seitenwände des Kartons, so dass die Bahn auch hindurch fahren kann :. Nun stellen wir die Quarkbecher auf die Gleise. Unter die Quarkbecher legen wir jeweils quer zwei Korken und befestigen diese Räder, indem wir von oben jeweils zwei Stecknadeln durch den Becherboden und die Korken hindurch bis in das Styropor stecken; so sind die Waggons gleich befestigt. (erfordert etwas Kraft; evtl. nächstbesten Mann zu Hilfe nehmen 🙂 Die Waggons werden außen mit Aufklebern o.ä. geschmückt.

Der runde Joghurtbecher ist unsere Lokomotive. Die Schornsteine können auch aus daraufgeklebten Korken bestehen; hier wurden die beiden Hälften einer Überraschungseikapsel verwendet. Obendrauf kleben wir Rauch aus Watte.

In die Waggons können nun die Schokolade oder andere Befüllung. Was nicht hineinpasst, wird in der Landschaft verteilt (Schokoengel, -schneemänner. etc.). Auch ein Geschenk zum Nikolaus und 24. kann in Form von Kerzen oder Teelichthäuschen zur Bereicherung der Landschaft verwendet werden. Künstliche Tannenzweige oder Zuckerstangen werden einfach in das Styropor gesteckt.

Die Päckchen können natürlich nummeriert werden, man kann aber auch einfach Aufkleber von 1-24 beilegen, und für jedes genaschte Päckchen wird ein Aufkleber an den Sternenhimmel oder in den Schnee geklebt.

Oben herum können wir nun noch eine Mini-Lichterkette befestigen, wenn gewünscht. Besonders gut macht sich hier eine Schneeflockenkette. Und nun, gute Naschfahrt Richtung Weihnachten!

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Patricia Koelle: Bemalte Ausstecher

Bemalte Ausstecher

Rezept von Elisabeth Koelle, mitgeteilt von Patricia Koelle

Zutaten

  • 250 g Zucker
  • 500 g Mehl
  • 1 Ei
  • 250 g Butter
  • Saft und Schale 1/2 Zitrone
  • 1/2 Teelöffel Zimt

Zubereitung

Dies sind keine Kekse, die man mal eben schnell so macht. Es sind Plätzchen, die man an einem Nachmittag bäckt, wenn es draußen neblig oder stürmisch ist und die Küche hell und gemütlich. Die Familie sitzt zusammen, vielleicht mit ein oder zwei hereingeschneiten Nachbarskindern oder Großmüttern, so dass man sich um die Förmchen streiten, gegenseitig Teig wegnaschen und Geschichten von früher erzählen kann.

Das Rezept ist einfach, der Unterhaltungs- und Dekorationswert hoch, und je eher man sich daran macht, desto besser, denn wenn die Plätzchen ein paar Wochen in einer Dose gelegen haben, schmecken sie am besten; vielleicht wegen der Geschichten, die sie sich nachts heimlich darin erzählen. Oft sind sie allerdings sehr schnell verschwunden.

Einen festen Teig daraus kneten (noch etwas Mehl zugeben, wenn nötig). Diesen einige Zeit kalt stellen, dann ausrollen und ausstechen.

Die Förmchen zum Ausstechen hat man entweder von den Großmüttern geerbt oder man sammelt über die Jahre auf den Weihnachtsmärkten und in Küchenläden. Es gibt mehr als nur Herzen und Sterne. Da kann man Gänse, Enten und Katzen, Monde, Glocken etc. finden. Erst dann macht die Sache Spaß.

Beim Ausstechen muss natürlich jeder mal die besten Förmchen benutzen dürfen.

Gebacken werden sie 10-15 Minuten bei 180 (Umluft) – 200 Grad, bis sie goldbraun sind.

Inzwischen stellen wir den Zuckerguss her: 1 Eiweiß (wichtig, dann wird der Guss schön opak und glänzend), Saft 1/2 Zitrone und so viel Puderzucker, dass eine streichfähige dickflüssige Masse entsteht.

Von dem weißen Guss zweigen wir in einigen kleinen Schälchen etwas ab und färben ein Schälchen mit Kakao und eines z.B. mit Rote-Beete-Saft. Wer nichts gegen Lebensmittelfarben hat, kann mit einem einzigen Tropfen pro Schälchen auch Grün, Gelb und Blau herstellen, was die Sache noch viel aufregender macht. Gehackte Nüsse, Schokostreusel und bunte Zuckerstreusel und -perlen sind auch hilfreich. In jedes Schälchen kommt ein Löffel, da sich die Farben sehr schnell vermischen und schmutzig werden, wenn man denselben Löffel überall hineintaucht. Im Eifer kommt das schon mal vor, deshalb sollte man noch ein wenig Zuckergussreserve haben.

Wenn die gebackenen Gänse, Glocken, Sterne und Herzen so weit abgekühlt sind, dass man sie anfassen kann, aber möglichst noch warm sind, dürfen sich alle um den Tisch setzen. Jeder bekommt einen Teller oder ein Stück Alufolie als Unterlage (eventuell sind Schürzen ratsam) und darf nun die Plätzchen bemalen, am besten mit Teelöffeln. So bekommen wir braune Katzen mit weißen Socken oder Streifen, weiße Gänse mit roten Füßen und bunten Flügeln, Sterne mit Gesichtern, flammende Herzen etc. etc. Mit Zahnstochern kann man in dem aufgestrichenen Zuckerguss Konturen vermalen, so dass Federn, Flügel oder Flammen entstehen. Augen oder Krallen entstehen aus Zuckerperlen oder Schokostreuseln.

Zum gründlichen Trocknen sollten die Figuren auf Gittern oder Blechen ausgebreitet werden. Verunglückte oder zerbrochene dürfen aufgegessen werden.

Auch zum Verschenken eignen sich die besten Werke hervorragend. Ehe man sie aufisst, fotografiert man sie, denn sie ergeben prima Fotos für Weihnachtskarten und Kalenderblätter.

Später gehören diese Nachmittage zu den schönsten Erinnerungen, besonders wenn sie Tradition werden. Man kann sich auch nie sicher sein, ob das Christkind nicht eben mal zum Naschen durch die Tür huscht, wenn gerade niemand guckt …

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Stichwörter:
Weihnachten, Weihnachtsbackstube, Weihnachtliche Backrezepte, Backen, Plätzchen, Kekse, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtskekse, Weihnachtsplätzchen, Ausstecher

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Bettina Buske: Liegnitzer Bomben

Liegnitzer Bomben

Mitgeteilt von Bettina Buske

Zutaten

400 g Honig
250 g Zucker
150 g Butter
4 Eier
2 Esslöffel Kakao
125 g gehackte Mandeln
1 Teelöffel Lebkuchengewürz
4 cl Rum
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
125 Rosinen
50 g gehacktes Orangeat
50 g gehacktes Zitronat
200 g Aprikosenkonfitüre
Margarine zum Einfetten
Semmelbrösel oder braunen Zucker zum Ausstreuen
Glasur: 200 gr Zart- oder Halbbitterschokolade oder Schokoglasur

Eigentlich gibt es dafür eigene Formen, aber man kann seine Küche ja nicht mit vollkrempeln. Ich benutze Muffinformen dafür. Man kann sich aber auch aus dicker oder doppelt gelegter Alufolie, die man z.B. über Jogurtbecher stülpt, Formen basteln.
Menge für ca.12 Stück

Es sind nicht nur Liegnitzer Bomben, es sind auch Kalorien-Bomben ca. 3110 kJ (745 kcal) je Stück – aber wer will das schon wissen.

Zubereitung

Honig, Zucker und Butter unter Rühren schmelzen, dann abkühlen lassen.
Die Eier mit Kakao, Mandeln, Lebkuchengewürz und Rum verrühren.
Das mit Backpulver vermischte Mehl und die abgekühlte Honigmischung untermischen.
Die gewaschenen, abgetrockneten Rosinen mit kleingeschnittenen Marzipan, Orangeat, Zitronat und Konfitüre vermischen.
12 Bombenförmchen einfetten und mit Semmelbröseln (oder braunem Zucker) ausstreuen.
Gut zur Hälfte mit Teig füllen, darauf die Marzipanmischung geben und mit dem restlichen Teig bedecken.
Das Gebäck im vorgeheizten Backofen etwa 30 Minuten bei 180 Grad backen.
Die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen und die Liegnitzer Bomben damit überziehen.

Info

Liegnitzer Bomben kennt man sogar auf Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
Zitat:
Die Liegnitzer Bombe ist eine Pfefferkuchenspezialität mit Früchten, die aus dem niederschlesischen Ort Liegnitz stammt. Liegnitzer Bomben wurden von dort aus in die ganze Welt verschickt – heute findet man sie in Liegnitz jedoch kaum noch. Honig, Zucker und Butter werden für die Liegnitzer Bomben in einen Topf gegeben und unter Rühren erhitzt, bis der Zucker geschmolzen ist. Abgekühlt, werden Kakao, Eier, Orangenschale, Orangensaft und Gewürze untergerührt. Mehl, Backpulver, fein gewürfeltes Zitronat und Mandeln werden vermischt, dazu die Honigmasse zugefügt und alles zu einem glatten Teig verknetet, in runde Formen gefüllt, mit Marzipanrohmasse, halbierten Kirschen und fein gewürfeltem Orangeat mit Rosenwasser vermengt, gebacken und mit dunkler Schokolade überzogen. Heute lassen sich Liegnitzer Bomben in ausgewählten Feinkostladen erwerben, im ehemals schlesischen Teil Sachsens sind Liegnitzer Bomben jedoch auch heute noch weit verbreitet.

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Weihnachten, Weihnachtsbackstube, Backrezepte, Backen, Plätzchen, Kekse, Stollen, Leckereien

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Katharina Britzen: Drago, der kleine Drache und Weihnachten

Drago, der kleine Drache und Weihnachten
© Katharina Britzen

Seit die Tage länger dunkel als hell waren, fühlte sich der kleine Drache Drago sehr einsam. Ihm fehlte Tobi. Kennengelernt hatten sie sich, als die Bäume ihr schönstes Grün trugen und der Kuckuck nichts Besseres zu tun hatte, als seinen Namen in alle Welt hinauszuposaunen. Rein zufällig waren sich der Junge und der Drache inmitten des Waldes nahe einer Höhle begegnet.
Mehr noch als Tobi war der Drache über die Begegnung überrascht, als ihm ein sommersprossiger Junge forsch zwischen Buchen und Fichten entgegen schritt und nicht etwa vor Schreck wie angewurzelt stehen blieb oder gar die Flucht ergriff.
„Manno, ein richtiger Drache! Super!“
So viel Mut hätte der kleine Drache niemals erwartet. Aus dem Drachenunterricht wusste er, wie sehr sich Menschen vor Drachen ängstigen. Komisch, nun erlebte er das Gegenteil. Er beschloss, dem Knirps eine kleine Lektion zu erteilen, um ihn den nötigen Respekt vor Drachen zu lehren. Aus der Lamäng heraus spie er Feuer in Tobis Richtung, ohne ihm jedoch ein Haar zu krümmen.
Tobis Reaktion war nur ein: „Super, Drache! Das würde ich auch gerne können.“
Drago war mit seinem Drachenlatein am Ende. „Warum hast du keine Angst vor mir? Alle Menschen fürchten sich vor Drachen.“
„Ich nicht.“
„Das seh ich.“
Respektlos umrundete Tobi den kleinen Drachen und kletterte ihm auf den Rücken. Er drückte seine Füße in die Flanken und rief: „Los, Drache, flieg mit mir eine Runde übers Dorf!“
„Erstens heiße ich Drago und zweitens heißt das bitte“, wies ihn der kleine Drache zurecht.
Eine Spur kleinlauter bat Tobi: „Bitte, Drago.“
Dann klatschte er Drago wie einem Pferd auf den Rücken und erwähnte nebenbei: „Übrigens, ich bin der Tobi.“
Weil Drago ein ganz und gar gutmütiger Drache war, umrundete er mit Tobi das Dorf. Nahe am Kirchturm vorbei. Tobi zeigte nach unten auf ein Haus mit roten Ziegeln, gelb gestrichen und dahinter einem Baum mit ausladender Krone.
„Da wohn ich. Das Fenster unterm Dach. Kannst mich ja mal besuchen.“
Als er eine Schleife flog, kreischte Tobi vor Vergnügen und feuerte ihn an. „Mehr, Drago, mehr Drago.“
Drago und Tobi erlebten interessante und spannende Monate miteinander. Gemeinsam erkundeten sie die Umgebung, entdeckten eine Höhle unter einem Lianenvorhang, die zu ihrem Treffpunkt wurde. Um die Höhle etwas gemütlicher zu gestalten, hatte Tobis Mutter ein altes Sofa, Tisch, Decken und Kissen spendiert, das Drago im Flug zur Höhle transportierte.
Oft statteten die beiden dem breiten Fluss einen Besuch ab, sonnten sich an seinem Ufer und lauschten den glucksenden Geschichten, die seinem Wasser entstiegen. Interessant, was so ein alter Fluss in Jahrtausenden erlebt hatte. Sie lernten die fleißigen Biber kennen und winkten im Herbst den Störchen nach, die gen Süden aufbrachen.
Und nun dauerte der Winter schon einige Wochen. Igel und Eichhörnchen lagen längst im Winterschlaf, und eine Schneehaube bedeckte die Dächer. Der Winter mit seinen dunklen Tagen ließ ihnen wenig Zeit für Gemeinsames. Sie sahen einander nur noch selten, denn Tobi musste bei Anbruch der Dunkelheit zuhause sein. Drago fieberte den seltenen Besuchen entgegen.
Trafen sie sich, interessierte sich Drago für die seltsamen Bräuche, die sich vor seinen Augen abspielten. Oft war er durch die Straßen des Dorfes gestreift, hatte in das eine oder andere Fenster gelinst und sich so seine Gedanken gemacht.
Warum über Nacht in Sträuchern und Bäumen plötzlich Lichter hingen? Warum nachts Fenster im Kerzenlicht erstrahlten? Warum vor den mit Tannenzweigen geschmückten Hauseingängen Laternen brannten? Warum es plötzlich so anders roch im Dorf? Süß und fein.
Hatte Tobi ihm pünktlich zum 1. Advent einen Kranz mit vier Kerzen mitgebracht, so überreichte er Drago – einen Tag vor dem 3. Advent – eine Dose Lebkuchen. „Von meiner Mama.“
Wie gerührt Drago war! Er roch an der Keksdose und erkannte den herrlichen Duft, der wie eine süße Haut die Dächer des Dorfes überspannte. Nach dem ersten Bissen hätte er am liebsten die ganze Dose leer gefuttert. Nein, er blieb eisern und wollte sich die Kekse lieber für die nächsten Tage aufsparen.
Tobi erklärte ihm den Sinn von Advent. Dass Advent Warten bedeutet. Warten auf Weihnachten, warten auf das Licht. Hell und hoffnungsfroh. Gemeinsam entzündeten sie die Kerzen, die die Höhle in ein schummriges Licht tauchte.
„Fast wie bei uns zuhause“, freute sich Tobi.
Tobi erzählte von Josef und Maria. Von ihrer Herbergssuche. Vom Christkind, das in einem Stall geboren war und in der Krippe auf Heu und Stroh gebettet war. Von den drei Weisen aus dem Morgenland, die zur Geburt des Kindes Geschenke brachten so wie auch die Menschen einander an Weihnachten beschenkten. Dass in jeder Stube ein geschmückter Tannenbaum stand. Von den Weihnachtsliedern, die gesungen wurden.
Drago bat: „Singst du mir eins vor?“
Tobi überlegte kurz und sang drauflos: „O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter …“ Er kannte nur die erste Strophe.
„Schööön!“ Drago gefiel, was Tobi erzählte, und er wünschte sich, auch einmal Weihnachten zu feiern. hatte Als Tobi sich mit einer Umarmung verabschiedete, klang er traurig. „Kann erst wieder nach Weihnachten kommen, Drago. Wir bekommen Besuch von Opa und Oma und meiner Patentante.“
Drago begleitete ihn bis vor die Höhle und sah ihm nach, wie Tobi davonstürmte. Kurz vor der Wegbiegung drehte er sich noch einmal um, winkte und rief: „Frohe Weihnachten, Drago. In fünf Tagen ist Weihnachten.“
„Frohe Weihnachten, Tobi.“ Auch Dragos Stimme klang traurig.
Er trottete zurück in die Höhle, die vom Licht der Kerzen etwas erhellt war. Eingehüllt in die karierte Decke legte er sich aufs Sofa, schob sich ein Kissen unter den Kopf. Nur noch schlafen wollte er, solange bis Tobi wieder Zeit für ihn hatte und Weihnachten vorüber war. Zum Trost griff er nach der Keksdose, futterte sie leer und löschte die Kerzen. Dann fielen ihm die Augen zu.
Seltsames riss ihn aus dem Schlaf. Rief da jemand oder träumte er? „Drago, aufwachen!“
Drago öffnete die Augen und erblickte Tobi, auf dem Kopf eine Weihnachtsmütze. Wie lange hatte er geschlafen? Drago rieb sich die Augen. „… was … was … ist los?“
Tobi lachte: „Alte Schlafmütze. Steh endlich auf. Überraschung!“
Drago war plötzlich hellwach. „Ist Weihnachten schon vorbei? Welche Überraschung?“
Tobi stülpte Drago eine Weihnachtsmütze über: „Heut ist Weihnachten und du darfst mit uns feiern. Los, wir müssen uns beeilen! Meine Familie erwartet uns.“
Tobis Familie hieß den kleinen Drachen herzlich willkommen. Es war genau so, wie Tobi es ihm erzählt hatte. Am Tannenbaum wurden Kerzen angezündet, der Vater las die Weihnachtsgeschichte vor und dann war Bescherung. Alles war so feierlich.
Am meisten freute sich Drago über den gestrickten Ringelschal und die Riesendose mit Weihnachtskeksen. Bei dem Lied „O Tannenbaum“ summte er sogar leise mit. Das Größte war aber, dass er in Tobis Zimmer übernachten durfte. Für Drago hätte Weihnachten nie enden müssen.

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Eine turbulente, himmllische Weihnachtsgeschichte von Katharina Britzen
Wie Nona und Tubo Weihnachten retteten

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Eva Markert: Der Sternenjunge, der nicht leuchten wollte

Adventsgeschichten

Der Sternenjunge, der nicht leuchten wollte
© Eva Markert

 

Strahlemann war ein Sternenkind und noch so klein, dass er bis vor kurzem nicht nachts am Himmel stehen durfte. Aber zu Beginn der Weihnachtszeit hatte der Mond ihm einen Platz zugewiesen, wo er sein Licht anzünden und zur Erde hinunterscheinen sollte. „Weihnachten soll es am Sternenhimmel besonders schön leuchten“, erklärte er. „Deshalb muss jeder hier mithelfen.“ Seitdem rieb sich der junge Stern abends blitzblank und funkelte, dass es nur so sprühte.

Aber eines Abends wurde alles anders.

„He, du musst aufstehen!“, rief Glitzi ihm zu.

Strahlemann antwortete nicht und drehte sich auf die andere Seite.

Sein Freund trat an das Wolkenbett und rüttelte ihn an der Schulter. „Beeil dich! Die Sonne ist eben untergegangen. Alle anderen putzen sich schon blank.“

Der Sternenjunge zog sich die Wolkenwattedecke über den Kopf. Es sah es so aus, als würde er darunter ein paarmal kurz aufblinken. Dann kam er wieder zum Vorschein. „Ich stehe heute nicht auf“, verkündete er.

„Du musst! Sonst bleibt doch dein Platz am Sternenhimmel leer!“

„Na und?“ Damit zog er sich die Decke erneut über den Kopf.

„Was ist bloß los mit dir? Bist du krank?“

Strahlemann schoss hervor. „Ich bin nicht krank! Und jetzt lass mich endlich in Ruhe!“

Irgendwas stimmte hier nicht. Glitzi beschloss den Mond zu holen.

Als der an Strahlemanns Wolkenbett erschien, tat der kleine Stern so, als ob er schliefe.

„Was soll der Unsinn?“, schimpfte der Mond. „Es ist kurz vor Weihnachten und du weißt genau, dass in dieser Zeit alle Sterne besonders schön glänzen müssen.“

Strahlemann kniff die Augen zu, presste die Lippen aufeinander und antwortete nicht.

„Wenn du nicht auf der Stelle aufstehst, bekommst du Bettarrest für mindestens eine Woche.“

Da öffnete der Stern die Augen. „Einverstanden.“

Das machte den Mond erst recht wütend. „Ach so, jetzt verstehe ich! Du bist zu faul zum Arbeiten. In diesem Fall ist Bettarrest natürlich keine geeignete Strafe.“ Er schnaufte, ehe er weitersprach. „Mir fällt da gerade was ein: Meine Wolkenvilla müsste mal wieder geputzt werden. Das wirst du machen, und zwar gründlich, vom Keller bis zum Dachboden!“

„Einverstanden.“

So etwas hatte der Mond noch nie erlebt. Ein Sternenkind, das lieber sauber machen als scheinen wollte! Kopfschüttelnd setzte er sich auf sein Mondmotorrad und brauste davon.

Strahlemann sprang aus dem Bett. Kurze Zeit später eilte er die Milchstraße entlang. Beinahe wäre er mit Elektro zusammengestoßen, der ihm entgegenkam.

Der alte Stern blieb stehen. „Warum machst du dein Licht nicht an?“, schimpfte er. „Man kann dich ja gar nicht sehen!“

„Und warum setzt du deine Brille nicht auf?“, erwiderte der Sternenbengel im Vorbeirennen. „Wenn du das tätest, könntest du mich sehr wohl sehen!“

Elektro verschlug es die Sprache. So ein ungezogener junger Stern war ihm noch nie über den Weg gelaufen. Kopfschüttelnd ging er weiter.

Der Mond öffnete Strahlemann die Tür. „Dies ist deine letzte Chance“, sagte er. „Wenn du sofort an deinen Platz zurückkehrst und dein Licht einschaltest, brauchst du hier nicht sauber zu machen.“

„Wo ist das Putzzeug?“

Der Mond zuckte die Schultern und zeigte Strahlemann eine kleine Kammer unter der Treppe. „Hier findest du alles, was du brauchst. Fang auf dem Dachboden an. Und wehe, ich entdecke dort noch ein Stäubchen, wenn ich zurückkomme!“

Der junge Stern nahm Eimer und Wischmopp und machte sich an die Arbeit.

Zwischendurch verschwand er in der dunklen Putzkammer. Doch jedes Mal kam er kurz darauf wieder heraus, stieg mit hängenden Zacken die Treppe nach oben und schrubbte weiter.

Als der Mond seine erste Runde über den Sternenhimmel beendet hatte, wollte er in der Wolkenvilla nach dem Rechten sehen. „Strahlemann!“, rief er.

Keine Antwort.

Er lief die Treppe hinauf.

Keine Spur von dem kleinen Stern.

Der Mond wurde ärgerlich. „Komm sofort hervor!“

Die Tür zur Putzkammer ging langsam auf.

„Was machst du da? Du faulenzt doch nicht etwa?“

„Ich habe was gesucht.“

„Erzähl mir keinen Unsinn! Du hast doch gar nichts in der Hand.“

Schnell griff der Sternenjunge hinter sich, bekam ein Tuch zu fassen und hielt es ihm entgegen. „Hab ich doch!“

Der Mond betrachtete den Lappen misstrauisch. Dann stieg er zum Dachboden hinauf und blickte sich um. „Du bist wirklich fleißig gewesen“, gab er zu. „Hier sieht es schon recht ordentlich aus.“

Als er nach seinem zweiten Kontrollgang in der Wolkenvilla vorbeischaute, war seine Putzhilfe wieder verschwunden. In der Kammer unter der Treppe rumorte es. Er schlich sich zur Tür und riss sie auf.

Da stand Strahlemann und leuchtete. Erschrocken knipste er sein Licht aus.

„Nun verstehe ich gar nichts mehr.“ Der Mond kratzte sich an der Glatze. „Am Himmel willst du nicht scheinen, aber hier – in dieser dunklen Kammer, wo dich niemand sehen kann – stehst du und leuchtest vor dich hin.“

Auf einmal fing der kleine Stern an bitterlich zu weinen. „Ich kann doch gar nicht mehr richtig scheinen“, schluchzte er. „Sosehr ich mich auch anstrenge, es geht einfach nicht.“

„Ich habe dich doch gerade blinken sehen!“

Der Sternenjunge wischte sich die Tränen ab. „Schau mal“, sagte er und schaltete sein Licht ein. Es glomm trübe und matt. Nach kurzer Zeit begann es zu flackern und ging aus.

Wieder rollten dicke Silbertränen über Strahlemanns Gesicht. „Ein Stern, der nicht scheinen kann! Was sollen die anderen von mir denken? Alle werden sich über mich lustig machen.“

Da geschah etwas sehr Merkwürdiges. Erstaunt blickte er den Mond an. Der krümmte sich und hielt sich den Bauch vor Lachen. „Du Dummerchen“, rief er, „sag bloß, du weißt nicht, dass du ab und zu deine Batterien wechseln musst?“

„Ba – Batterien?“, stotterte der junge Stern. Davon hatte er noch nie was gehört.

Der Mond trat hinter ihn und machte sich an seinem Rücken zu schaffen. Er zeigte ihm mehrere kleine Rollen. „Deine Batterien sind leer. Ich hole schnell neue aus dem Schrank und setze sie dir ein.“

„Warte! Tut das weh?“

Der Mond schmunzelte. „Kein bisschen.“

„Fertig“, sagte er wenige Minuten später. Der Sternenjunge machte sein Licht an und es strahlte wieder genauso schön und hell wie früher. Strahlemann funkelte und blitzte, wie Sterne in der Weihnachtszeit funkeln und blitzen müssen.

„Danke, lieber Mond!“, jubelte er. „Darf ich jetzt an meinen Platz zurückgehen?“

Die Nacht war noch nicht vorbei und er wollte sich unbedingt noch ein Weilchen mit seinem Freund Glitzi unterhalten.

„Einen Augenblick!“, rief der Mond. „Und was ist mit meinem Dachboden?“

„Du hast doch eben selbst gesagt, dass es dort schon recht ordentlich aussieht.“

Der Mond lachte. „Meinetwegen, dann lauf.“

Auf der Milchstraße begegnete Strahlemann wieder dem alten Stern, den er auf dem Hinweg beinahe angerempelt hätte. „Tut mir Leid, dass ich eben so frech zu dir war“, rief er im Vorbeirennen. „Mein Licht funktionierte nicht mehr und ich wusste nicht, wieso, aber jetzt klappt es wieder.“

Elektro lächelte. Es war zwar schon sehr, sehr lange her, doch er konnte sich noch genau an seinen ersten Batteriewechsel erinnern.

„Nach Weihnachten brauchst du bestimmt wieder neue!“, rief er Strahlemann hinterher.

 
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Eva Markert: Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Dr. Ronald Henss Verlag

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Sabine Ludwigs: Das Land Nunassig

Weihnachtsgeschichten Band 3

Weihnachtsgeschichten Band 3

Das Land Nunassig
© Sabine Ludwigs

 

Manchmal ist Leonie richtig traurig und daran ist ihre Lungenentzündung schuld. Den ganzen Dezember über ist sie nun schon krank. Jetzt sind es nur noch zwei Tage bis Weihnachten, und ihr Husten ist noch immer so schlimm, dass Mama ihr verboten hat aufzustehen.

Es ist langweilig, fast den ganzen Tag allein zu sein und im Bett zu liegen. Besonders jetzt, in den Weihnachtsferien, wenn draußen die Wintersonne scheint und den Schnee zum Glitzern bringt, als hätte jemand einen großen Eimer Glitzerpulver darüber geschüttet. Oder wenn sie das Lachen und Rufen der anderen Kinder hört, die kugelige Schneemänner bauen und sich die Zeit mit Schneeballschlachten und Schlitten fahren vertreiben. Wie gerne wäre sie dabei!

Mama und Papa sind bei der Arbeit und Leonie hat schon alles gemacht, was man im Bett so machen kann: gemalt, gelesen, mit ihrer Puppe gespielt, Märchen angehört und sogar ein bisschen geschlafen. Trotzdem ist es erst zwölf Uhr. Leonie seufzt – und in diesem Augenblick klingelt es an der Tür.

Obwohl sie nicht aufmachen darf und auch nicht aufstehen soll, tut sie es doch und schaut neugierig durch den Spion.

Draußen steht Herr Frost, der Paketbote. Er hat silberne Haare und manchmal denkt Leonie, dass auch seine Augen silbern sind. In den Händen hält er ein Päckchen, also öffnet sie.

„Guten Tag, Leonie“, begrüßt Herr Frost sie und lächelt. „Ich habe hier etwas für dich abzugeben.“

„Für mich?“, fragt Leonie und ist erstaunt, denn es ist noch nie vorgekommen, dass ihr jemand ein Päckchen geschickt hat. Nur Mama oder Papa, die bekommen natürlich ab und zu eins. „Wirklich, Herr Frost?“

„Ja, ja, es ist für dich. Siehst du?“ Er hält es ihr hin. Tatsächlich! Da steht in krakeligen Buchstaben:

Leonie Pütz
Buchenweg 12
44532 Lünen

Und es kleben viele Briefmarken drauf, die Leonie nicht kennt. Sie nimmt das Paket. Es ist nicht schwer, aber auch nicht leicht.

„Wer hat mir das geschickt?“

„Tja …“ Herr Frost zuckt mit den Schultern. „Wer weiß? Es steht jedenfalls kein Absender da.“ Er zwinkert ihr zu. „Aber bestimmt ist eine Überraschung drin.“ Dann geht er pfeifend davon.

Leonie hustet, holt schnell eine Schere und läuft zurück in ihr Zimmer, weil man ein Päckchen auch bequem im Bett auspacken kann.

Gespannt öffnet sie es und zum Vorschein kommt eine schneeweiße, runde Schachtel, und als Leonie den Deckel abhebt, muss sie einfach „Aaah!“ rufen, so hübsch ist das, was sie sieht. Vor ihr, zwischen raschelndem, hauchdünnem Seidenpapier, liegt eine Schneekugel.

Vorsichtig nimmt Leonie sie heraus und bestaunt das Wunderwerk. Es ist eine ziemlich große Glaskugel und darin eingeschlossen ist ein verschneiter Winterwald, so lebendig und natürlich, als würde sie durch ein Fenster geradewegs in einen echten Wald schauen.

Die Zweige der Tannen tragen schwer an der Last des Schnees und auf einem kahlen Buchenast hocken dicht an dicht ein paar aufgeplusterte Spatzen, um sich gegenseitig zu wärmen.

Am besten von allem aber gefällt ihr der See.

Still und starr breitet er sich bis zum Waldsaum aus. Kinder auf Schlittschuhen stürmen lachend über die Eisfläche und ein Junge hilft einem Mädchen, das hingefallen ist, beim Aufstehen. Weiter hinten spielen ein paar größere Jungen Eishockey und ein Mann mit silbernen Haaren, der – Leonie traut ihren Augen kaum – genau wie Herr Frost aussieht, schaut ihrem Spiel zu.

Am Ufer stehen zwei Holzbänke. Auf der einen sitzen ein paar Mädchen mit bunten Wollmützen und Handschuhen. Ihre Wangen sind von der Kälte dunkelrosa und sie scheinen durcheinander zu plappern und Leonie zuzulachen.

Die andere Bank ist leer, nur ein paar Schlittschuhe stehen davor, gerade so, als hätte sie jemand vergessen.

Das Wunderbarste aber ist das silberhaarige Mädchen mit dem himmelblauen Kleid aus Tüll und Spitze, das in der Mitte des Sees Pirouetten dreht. Sie hat die Arme hoch erhoben und schaut aus wie eine Balletttänzerin, und es kommt Leonie beinahe so vor, als würde das Mädchen über das Eis schweben.

Vorsichtig schüttelt Leonie die Kugel und da geschieht es: Es fängt an zu schneien. Aber nicht nur in der Schneekugel, nein, auch von Leonies Zimmerdecke! Und wieder muss Leonie „Aahh!“ rufen, so überrascht ist sie und so aufgeregt!

Watteweiche Flocken taumeln wie Flaumfedern auf sie herunter, dazwischen funkelt es hell, alles tanzt und wirbelt fröhlich durcheinander. Leonie bekommt Lust, den Kopf in den Nacken zu legen und die Schneeflocken mit der Zunge aufzufangen. Sie schüttelt die Kugel noch fester, und es schneit immer mehr und mehr.

Sie klettert aus dem Bett und springt lachend und jauchzend durch das Schneegestöber. Bald deckt der Schnee alles zu: das Puppehaus, den Schreibtisch, und auch das Bett überzieht er wunderbar weiß, sodass Leonie vor Staunen beinahe vergisst, dass sie krank ist!

Ihr ist nicht kalt. Trotzdem zieht sie ihren Mantel über ihr Nachthemd und die Stiefel an die nackten Füße, und kaum ist sie fertig, da steht sie gar nicht mehr in ihrem Zimmer, sondern am Ufer eines zugefrorenen Sees.

Und es ist nicht irgendein See, es ist der in ihrer Schneekugel, das erkennt sie an den lachenden Mädchen mit den bunten Mützen und den Eishockeyspielern, aber vor allem an der kleinen Eistänzerin im himmelblauen Tüllkleid, die jetzt auf sie zugeglitten kommt.

„Hallo, Leonie“, ruft sie. „Ich bin Elfie Frost.“ Sie winkt dem silberhaarigen Mann zu, der bei den Hockeyspielern steht, und der Mann winkt zurück. „Meinen Vater kennst du ja schon. Und das hier ist der Kristallsee im Land Nunassig.“

Sie erzählt Leonie, dass Nunassig „das gute Land“ bedeutet. All die Kinder – die wie Leonie ihre Nachthemden und Schlafanzüge unter den Jacken anhaben –, sind krank und deshalb schon lange nicht mehr an der frischen Luft und im Schnee gewesen. Sie dürfen an den Kristallsee, um wieder einmal Spaß zu haben. „Denn wenn man sich freut“, behauptet Elfie, „wird man auch schneller wieder gesund. Und im Land Nunassig wird jeder froh.“

Sie deutet auf die Schlittschuhe, die neben der leeren Bank stehen. „Zieh sie an, dann zeige ich dir, wie man auf dem Eis tanzt.“

… wie diese zauberhafte Weihnachtsgeschichte weitergeht, erfährst du in dem Buch

Weihnachtsgeschichten Band 3
Weihnachtsgeschichten
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Antonia Stahn: Heiligabend

Antonia Stahn: Die Reise vom gläsernen Baum ...

Antonia Stahn: Die Reise vom gläsernen Baum ...

Heiligabend
© Antonia Stahn
 

Wie in jedem Jahr fahren Lucas und Laura einen Tag vor Heiligabend mit Papa aufs Land. Bauer Mönken verkauft die schönsten Weihnachtsbäume weit und breit. Und von den schönsten wollen Lucas und Laura den allerschönsten aussuchen. Der Baum wird in der Diele der alten Villa aufgestellt. Er darf sehr hoch gewachsen sein.

Die Kinder freuen sich auf den Ausflug. Familie Mönken ist schon seit langer Zeit Baumlieferant der Hagens. Bereits Großvater hat seine Weihnachtsbäume dort gekauft und auch stets selber abgeholt.

Die Wiedersehensfreude zeichnet ein fröhliches Lächeln in das Gesicht des Bauern, als die „Weihnachtsbaumsucher“ auf dem Hofe ankommen. Überschwänglich begrüßt er Papa, Lucas und Laura.

Augenzwinkernd wendet er sich an Laura: “Na, Kleine, möchtest du zuerst einmal in den Stall gehen?“ Er hat nicht vergessen, wie gerne Laura Tiere mag. Außerdem hat er diesen kleinen Rotschopf sehr ins Herz geschlossen.

Während Bauer Mönken und Laura die Tiere im Stall besichtigen, sitzen Papa und Lucas bei der Bäuerin in der gemütlichen Küche. Kaffee, selbstgebackene Kekse und heiße Schokolade stehen für die Weihnachtsbaumkäufer auf dem Tisch.

„Du bist aber gewachsen“, sagt Frau Mönken erstaunt, als Laura mit glänzenden Augen und hochroten Wangen in die Küche kommt.

„Na, Laura, ist die Welt der Tiere noch in Ordnung?“

„Klaro, Papa! Ich glaube, das dicke Schwein – Elsa – hat mich wiedererkannt. Es ist zu mir ans Gitter gekommen und hat mich freundlich angegrunzt. Der neue Hund gefällt mir besonders gut. Es ist ein Bernhardiner. Er ist noch sehr jung. Im nächsten Jahr ist er erwachsen. Wenn er mich lässt, darf ich dann auf ihm reiten, hat Herr Mönken gesagt. Ach, so einen lieben Hund möchte ich auch haben! Jaja – ich weiß, dass das nicht geht. Mamas und Lucas’ Allergien. Schade!“, seufzt Laura traurig.

Lange hält es die Traurigkeit bei dem kleinen Mädchen nicht aus.

„Sollen wir jetzt in den Wald gehen? Wetten, dass ich in diesem Jahr den schönsten Baum finde!“ Lauras Fröhlichkeit und Unternehmungsgeist sind zurückgekehrt.

„Gute Idee, Laura! Eigentlich mag ich die gemütliche Küche gar nicht verlassen“, sagt Papa und steht auf.

Er bedankt sich herzlich für die Gastfreundschaft. Frau Mönken winkt ab. Sie erinnert Papa an ihre Freude über den alljährlichen Besuch. Fröhlich winkt sie den Weihnachtsbaumsuchern nach.

Es dauert nicht lange. Laura hat tatsächlich einen großen, gerade gewachsenen Baum entdeckt. Auch Papa und Lucas halten ihn für passend. Die elektrische Säge leistet schnelle Arbeit. Nach wenigen Minuten liegt die große Tanne auf dem Waldboden. Papa und Bauer Mönken hieven den Baum auf den Anhänger und sichern ihn mit Seilen.

Es fängt wieder an zu schneien. Papa möchte noch vor dem Dunkelwerden zu Hause sein. Herr Mönken versteht diesen Wunsch allzu gut.

Schnee auf vereisten Fahrbahnen. Das schwere Auto kommt nur langsam voran. Endlich – nach zwei Stunden steht der Wagen unbeschadet wieder vor der Villa in Hamburg.

„Das hast du gut gemacht! So einen schönen Weihnachtsbaum hatten wir schon lange nicht mehr“, loben Mama und Großvater die kleine Laura. Alle im Haus freuen sich.

Nach dem Abendessen wollen sie gemeinsam die prächtige Tanne schmücken. In vielen Familien wird der Baum erst am Morgen des 24. Dezembers geschmückt. Nicht so bei den Hagens. Sie haben nämlich ein Fest vor dem Fest zu feiern. Der 24. Dezember ist Lucas’ Geburtstag. Deshalb findet das Baumschmücken bereits am dreiundzwanzigsten Dezember statt. Der Vormittag des Heiligen Abends gehört einzig und allein Lucas. Sein Geburtstag soll nicht in den Weihnachtsfeierlichkeiten untergehen.

Oma Böhme’s Kiosk bleibt während der Feiertage geschlossen. Seit Lucas auf der Welt ist, verbringt sie das Fest der Liebe im Hause ihrer Tochter.

Laura und Lucas mögen ihre Großmutter sehr.

„Oma kann so schöne Geschichten erzählen und Gemütlichkeit verbreiten“, denkt Laura laut.

Sie sitzt wieder mit Lucas in der Fensternische der Bibliothek. Es hat aufgehört zu schneien. Ziemlich spät ist es. Dennoch hat Mama eine Stunde Traumgeschichten erlaubt.

„Glaubst du, dass Paul und der kleine Peter sich wiedersehen?“ Traumverloren blickt Laura in den klaren Sternenhimmel.

„Das weiß ich leider nicht. Peter kommt in meinen Träumen nicht mehr vor.“

Lucas deutet auf den hellsten Stern am Abendhimmel. „Schau, Laura: Unser Stern! Heute scheint er noch heller zu leuchten als sonst. Oh! Hast du die Sternschnuppe gesehen?“

„Jaa! Wunderschön sah sie aus!“, freut sich Laura. Sie weiß, dass nun wieder eine Seele vom Gläsernen Baum zur Erde reist. Inbrünstig wünscht Laura, dass das kleine Wesen unbeschadet am Schwarzen Planeten vorbeikommen wird.

„Du hast nichts von meinen Geschichten vergessen“, freut sich Lucas und schaut in den Nachthimmel.

Der Traum ist wieder da. Lucas erzählt:


 
… die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch / eBook
Antonia Stahn Weihnachtssaga
Antonia Stahn
Die Reise vom gläsernen Baum
zum blauen Planeten
Eine Weihnachtssaga
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ISBN 978-3-939937-02-9

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Antonia Stahn: Bunte Lichter

Antonia Stahn: Die Reise vom gläsernen Baum ...

Antonia Stahn: Die Reise vom gläsernen Baum ...

Die Straße der bunten Lichter
© Antonia Stahn
 

Am Montagmorgen bringt Martha den kleinen Salon wieder in Ordnung. Laura und Lucas helfen ihr.

„War mal wieder ein schönes Fest mit deiner Klasse, Lucas“, sagt Martha. „Deinen Großeltern hat es auch gefallen. Junge, Junge! Wie die alten Leutchen getanzt haben!“

Laura lächelt versonnen. „Hast du denn auch gesehen Martha, dass ich getanzt habe? Mit Johannes, Lucas’ bestem Freund. Und der ist nett!“

Im Handumdrehen ist der Salon aufgeräumt. Lucas schaut sich zufrieden um. Alles in Ordnung. Das riesige Zimmer sieht wieder aus wie vor der Party. Lucas mag diesen Raum. Schade, dass der Salon nicht mehr so häufig genutzt wird. In Opas jungen Jahren wurden hier viele Feste gefeiert.

Beim abendlichen Schachspiel erzählt Opa hin und wieder von diesen Festen. Und von seiner schönen Frau, Lucas’ und Lauras Oma. Die Kinder kennen sie nur vom Foto. Lucas hört seinem Großvater gern zu. Das Schachspiel werden die zwei später nachholen.

Laura und Lucas treffen sich am Nachmittag wieder in der Bibliothek. Eine Weile schauen sie aus dem Fenster. Es schneit erneut. Weiße Weihnachten kündigen sich an.

Kichernd sagt Laura: „Guck mal, Lucas: Der Schneemann, den deine Gäste gebaut haben, ist fast eingeschneit! Magst du mir heute auch eine Traumgeschichte erzählen?“

„Ja klar, kleine Maus, deshalb sitzen wir doch wieder hier.“

Liebevoll schaut Lucas seine Schwester an und beginnt zu erzählen …

»… Es ist Abend. Heute wollen sich Paul und Mimir die große Stadt bei Nacht ansehen. Ein bestimmtes Ziel haben die beiden nicht.

„Diese Stadt schläft wohl nie“, denkt Paul.

„Doch! So gegen Morgen wird es ein wenig ruhiger“, bemerkt Mimir.

Paul wundert sich keineswegs über Mimirs Fähigkeit, Gedanken zu lesen.

Plötzlich bleibt Paul stehen. „Hör nur, Mimir: Wunderschöne Musik! Woher kommt sie?“

Mimir deutet auf ein sehr großes Haus. Es wird von riesigen Scheinwerfern angestrahlt. Einige Fenster des Hauses sind geöffnet. Viele Passanten bleiben stehen. Sie haben genauso viel Freude an der Musik wie unsere kleine Seele.

„Diese Gebäude werden Theater genannt“, erklärt Mimir. „Hier spielen Menschen – Schauspieler werden sie genannt – Geschichten nach, die bedeutende Dichter geschrieben haben. Andere Menschen wiederum machen Musik. Sie spielen Melodien nach Noten großer Komponisten.“

„Was sind Komponisten?“ Mehrfach wiederholt Paul dieses neue Wort. Er will es sich gut einprägen.

„Eigentlich auch nur Dichter, die ihre Geschichten in der Sprache der Musik erzählen“, antwortet Mimir. „Der Mann, der diese Musik schrieb, lebt schon lange nicht mehr. Sein Name war Wolfgang Amadeus Mozart. Die Menschen seiner Zeit haben ihn für ein Wunderkind gehalten. Mozart konnte bereits mit vier Jahren fast perfekt Klavier spielen und auch kleine Musikstücke komponieren. Je älter er wurde, umso schöner klang seine Musik. Doch in seinen Augen, bzw. seinen Ohren klang sie niemals gut genug. Mozart hat, ebenso wie du Paul, über tausend Jahre im gläsernen Körbchen geschlafen. In seinen Träumen hörte er stets die herrliche Musik vom Glücklichen Planten. Sehr viel deutlicher als die anderen Seelen in ihren Körbchen. Seine Aufgabe bestand darin, den Menschen diese Musik näherzubringen. 1756 wurde Mozart geboren. Achtung, Bewunderung und helle Freude lösten seine Kompositionen bei den Menschen aus. Diese Hochachtung war dem jungen Mann zu viel. Er wurde unbeschreiblich eitel. Höfliches Benehmen war ihm fremd. ‘Es ist die Musikbesessenheit! Sie macht den armen Kerl so unleidlich’, sagten die Leute und akzeptierten sein Genie. Wolfgang Amadeus Mozarts Erdenzeit währte nur sechsunddreißig Jahre. Menschen in aller Herren Länder trauerten um ihn. Einige sogar um die Musik, die er wahrscheinlich noch komponiert hätte. Von seiner Verzweiflung, die Musik des Glücklichen Planeten nicht genau wiedergeben zu können, ahnten sie nichts.“

„Ich denke, er hat seine Aufgabe recht gut erfüllt. Diese herrliche Musik erinnert mich tatsächlich an die Melodien in meinen Träumen“, erwidert Paul.

„Es sind viele Komponisten vor und nach Mozart auf die Welt gekommen. In deiner Erdenzeit wirst du von ihnen hören. Doch nun lass uns weitergehen. Wir wollen schließlich noch mehr von der Stadt sehen.“

Nach einiger Zeit erreichen sie eine Straße, auf der viele Menschen unterwegs sind. Die dicht aneinander gebauten Häuser sind mit bunten Lichtreklamen ausgestattet. Große Plakate werben für Spaß, Vergnügen und Glück.

„Diese Straße nennen wir ‘Die Straße des falschen Glücks’“, informiert Mimir seinen Schützling. „Leider wissen die Menschen nicht, was sie suchen, wenn sie hierher kommen.“

„Was suchen sie denn?“, will Paul fragen, als er ein leises Schluchzen neben sich hört.

Neugierig schaut er sich um. An der Seite eines jungen Mädchens entdeckt er eine winzige Seele. Unaufhaltsam laufen Tränen über das Gesicht des fragilen Wesens.

Paul hockt sich hin und nimmt den kleinen Kerl in den Arm. „Hallo, Kleiner, was ist los? Hör doch auf zu weinen! Erzähle mir bitte, weshalb du so traurig bist. Vielleicht kann ich dich trösten oder dir gar helfen.“

„Das glaube ich nicht“, schluchzt das Seelchen. „Siehst du die junge Frau hier? Seit drei Monaten bin ich in ihrer Nähe. Sie sollte meine Erdenzeitbegleiterin werden. Heute habe ich erfahren, dass sie mich gar nicht will. Morgen muss ich diesen Planeten verlassen. Mein Schutzlicht hat gemeint, es sei egal, wie stark meine Liebe für diese Erdenfrau ist. Sie hat sich nicht gewünscht, mich zu bekommen.“

Pauls Mitleid gibt der Tränenflut des Kleinen neue Nahrung. „Hu, hu!“, schluchzt er. „Ich habe mich so sehr auf meine Erdenzeit gefreut. Ohne mich kann die Erdenfrau ihr falsches Glück besser verkaufen. Das hat sie zu der Erdenfrau gesagt, die auch jeden Tag an dieser Ecke steht.“

„Hör doch auf zu weinen, Kleiner!“ Behutsam wischt Paul dem Seelchen die Tränen aus dem Gesicht. „Weißt du was: Ich bitte Mimir, dir zu helfen.“

Selbstverständlich will Mimir alles in seiner Macht stehende für die kleine Seele tun.

„Welchen Namen sollte dieser Winzling für seine Erdenzeit bekommen?“

„Peter. Sobald sein Leben beginnt, wird man ihm diesen Namen geben. Sorge dich nicht, Paul. Diese kleine Seele bekommt ihre Erdenzeit. Ich, Mimir, Engel der Weisheit, verspreche es.“

Kopfschüttelnd beobachtet Mimir das lebhafte Treiben in der Straße der bunten Lichter.

„Diesen Menschen kann ich nicht mehr helfen. Aber für Peter kann ich ganz sicher etwas tun“, denkt er.

„Ich werde euch für eine Weile alleine lassen. Achte gut auf den Kleinen“, bittet er Paul.

Pauls Vertrauen in Mimir ist grenzenlos. Er hockt sich neben Peter und winkt dem stadtauswärts gehenden Mimir nach.

In einem Dorf unweit der großen Stadt sitzt ein älteres Ehepaar im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Es schaut sich gerade einen Bericht über die Dominikanischen Inseln an. Beide sehen gebannt auf den Bildschirm. Sie sehen, doch sie hören nicht. Ihre Gedanken drehen sich ständig im Kreis. Kreismittelpunkt ist Lisa. Erwachsene, einzige Tochter des Ehepaars. Lisa hat nach einem heftigen Streit das Haus verlassen. Seit Wochen haben die Eltern nichts von ihr gehört.

„Wo mag sie wohl sein? Hoffentlich geht es ihr gut!“, seufzt die Mutter.

 


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Eva Markert: Petrus und der Weihnachtsmann

Adventsgeschichten

Petrus und der Weihnachtsmann
© Eva Markert

 

Der Weihnachtsmann von Winterland machte sich große Sorgen. Jeden Morgen schaute er als Erstes aus dem Fenster. Verflixt noch mal! Es hingen doch genug dicke graue Wolkenwerkstätten über Winterland. Wieso schneite es nicht? Ohne Schnee konnte er doch nicht mit dem Schlitten fahren, ohne Schlitten keine Geschenke verteilen und ohne Geschenke müsste Weihnachten dieses Jahr ausfallen.

Petrus schien das alles gar nicht zu kümmern. Überhaupt war er seit Tagen wie vom Himmelsboden verschluckt.

Schließlich wurde es dem Weihnachtsmann zu bunt. Er beschloss, höchstpersönlich nach dem Rechten zu sehen.

Die Tür zur ersten Wolkenwerkstatt war verschlossen. Vergeblich rüttelte er an der Klinke. Als er durch das Fenster schaute, sah er, dass der große Arbeitsraum verlassen dalag. In der zweiten, der dritten Werkstatt – überall herrschte gähnende Leere. Wo waren die vielen Schnee-Engel, die gefrorene Regentropfen aus den riesigen Schneetruhen holten und sie an langen Tischen zu den schönsten Schneekristallen schliffen?

Hanael rannte an ihm vorbei.

„He, du“, rief der Weihnachtsmann, „du bist doch ein Schnee-Engel.“

Hanael blieb stehen.

„Warum arbeitest du nicht? Und wo sind all die anderen?“

„Weg.“

„Was heißt hier ‘weg’?“, brauste der Weihnachtsmann auf.

„Entschuldige, aber ich muss mich beeilen. Mein Wolkenschiff legt gleich ab. Außerdem habe ich versprochen, nichts zu verraten.“

„Wem hast du das versprochen?“

„Dem Heiligen Petrus.“ Erschrocken schlug Hanael die Hand vor den Mund. „Das durfte ich ja eigentlich auch nicht sagen.“

„Aha!“ Der Weihnachtsmann hatte sich schon gedacht, dass Petrus hinter der Sache steckte. Sofort machte er sich auf den Weg zu dessen Wolkenvilla.

Vorher schaute er noch schnell bei den Schnee-Engeln vorbei. Im großen Schlafsaal waren die Betten abgezogen, die Schränke fast leer – beinahe so, als ob alle ausgewandert wären.

Leise vor sich hin schimpfend trat der Weihnachtsmann auf die Himmelsstraße und sah gerade noch, wie sich Petrus in einem Hauseingang versteckte. Mit langen Schritten eilte er darauf zu. Nun konnte Petrus ihm nicht mehr entkommen.

„Wo bleibt der Schnee?“, fuhr er ihn an. „Es wird höchste Zeit!“

„Was fragst du mich? Ich bin doch kein Schnee-Engel.“

„Warum ich dich frage? Na hör mal! Du bist doch für das Wetter zuständig!“

Petrus drängte sich an ihm vorbei. „Halt mich nicht auf. Ich habe Wichtigeres zu tun.“

Der Weihnachtsmann packte ihn am Arm, aber Petrus riss sich los und rannte leichtfüßig davon. Der Weihnachtsmann setzte ihm nach, aber er konnte lange nicht so schnell laufen und geriet sofort ins Schwitzen. Er keuchte und schnaufte dermaßen, dass zwei kleine Engel stehen blieben und ihm kichernd nachblickten. Nach den Festtagen würde er endlich abspecken. Das nahm der Weihnachtsmann sich in diesem Augenblick ganz fest vor.

Sie liefen in die Himmelsgasse hinein, die zu Petrus’ Wolkenvilla führte. Plötzlich hörte der Weihnachtsmann ein fürchterliches Getöse. Erschrocken blieb er stehen. Es ratterte und knatterte, knallte und puffte. Vor Petrus’ Haus stand ein rauchendes, fauchendes und qualmendes Ungeheuer.

Vorsichtig ging der Weihnachtsmann ein Stückchen näher heran. Da sah er, wie Petrus mir nichts, dir nichts in das Monster hineinkletterte.

„Was machst du da?“, schrie der Weihnachtsmann. „Was ist das für ein Ungetüm?“

Petrus stellte den Motor ab. „Dieses Ungetüm, wie du es nennst, brauchen wir, damit Weihnachten in Winterland dieses Jahr nicht ausfallen muss.“

„Glaubst du im Ernst, dass ich mit diesem Ding Geschenke ausfahre?“

„Das habe ich nicht gesagt.“ Und Petrus erklärte ihm, was er vorhatte.

„Hmm.“ Der Weihnachtsmann kratzte sich am Kopf und überlegte. „Na gut, ich komme mit.“

Aber er sah kein bisschen fröhlich aus. Im Gegenteil! Als der Lastwagen mit einem Ruck anfuhr, fing er an zu zetern und hörte nicht mehr damit auf. Er klagte über Rückenschmerzen, eingeschlafene Füße, Hunger, Durst, Müdigkeit und jammerte, wie schrecklich er lange Reisen im Allgemeinen und vor allem Fahrten im Lastwagen fand.

Erst als sie den Nordpol erreichten, verstummte er. Staunend blickte er sich um. Vor ihm lag eine endlose weiße Fläche. So weit das Auge reichte, nichts als glitzernder Schnee.

„Lass uns gleich mit der Arbeit anfangen“, schlug Petrus vor.

Wieder schwitzte und stöhnte der Weihnachtsmann, während er Schnee auf den Wagen schaufelte. Er wurde immer langsamer und schaffte höchstens halb so viel wie Petrus.

Auf der Rückreise war er so erschöpft, dass er nicht mal schimpfen konnte.

Es wurde schon dunkel, als sie an der ersten Wolkenwerkstatt ankamen.

Plötzlich strömten Hanael und viele andere Schnee-Engel herbei. Irgendetwas war merkwürdig an ihnen. Die weißen Kleider und … Der Weihnachtsmann kniff die Augen zusammen. „Wieso seid ihr alle so braun?“

„Wir kommen gerade aus dem Urlaub.“

Der Weihnachtsmann traute seinen Ohren nicht.

„Wir waren Skifahren.“

„Und wir haben Ferien in der Karibik gemacht. Es war herrlich! Wir …“

„Ich hatte euch doch verboten, darüber zu sprechen!“, fuhr Petrus dazwischen.

Betreten sahen die Schnee-Engel zu Boden.

„Entschuldigung. Daran – haben wir gar nicht mehr gedacht“, stammelte Hanael.

„Macht euch an die Arbeit, aber schnell!“

Die Engel schleppten den Schnee in die Wolkenwerkstätten, öffneten die Fenster und warfen ihn mit vollen Händen hinaus. Petrus half mit, sogar der Weihnachtsmann. Dem wurden aber sehr schnell die Arme lahm.

„Eins musst du mir noch erklären, Petrus“, keuchte er. „Wieso hast du die Schnee-Engel ausgerechnet vor Weihnachten in Urlaub geschickt und dich nicht um Schnee gekümmert?“

„Ich habe mich doch um Schnee gekümmert!“, widersprach Petrus.

„Aber warum mussten wir dafür zum Nordpol fahren?“

„Kannst du schweigen?“, flüsterte Petrus.

Der Weihnachtsmann glaubte, dass er das konnte.

„Ich hatte etwas Wichtiges vergessen“, wisperte Petrus ihm ins Ohr. „Die Schneetruhen, weißt du? Es war kein einziger gefrorener Regentropfen mehr darin. Ich habe nämlich nicht rechtzeitig für Nachschub gesorgt.“

„Ach so“, rief der Weihnachtsmann. „Jetzt wird mir alles klar. Na, da kannst du ja froh sein, dass ich dir geholfen habe. Wenn ich nicht mit zum Nordpol gefahren wäre – Weihnachten hätte glatt ausfallen müssen. Aber zum Glück konnte ich diese Katastrophe gerade noch verhindern.“

 
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Eva Markert: Mama hat einfach kein Händchen für Blumen!

Adventsgeschichten

Mama hat einfach kein Händchen für Blumen!
© Eva Markert

 
Immer wenn Annikas Mutter eine Topfpflanze oder einen Blumenstrauß bekommen hatte und nach kurzer Zeit wegwerfen musste, sagte sie: „Ich habe einfach kein Händchen für Blumen.“

„Eigentlich ist das stark untertrieben!“, dachte Annika dann. Es war fast schon unheimlich, in welch rasender Geschwindigkeit sie Pflanzen zugrunde richtete.

Einmal zum Beispiel schenkte Papa ihr einen schönen Strauß rosa Nelken und Mama gab sich zuerst auch alle Mühe damit. Sie schnitt sogar die Stängel fachmännisch schräg an. Doch dann vergaß sie, das Wasser zu erneuern. Kurze Zeit später wurden die Blüten braun und hingen herunter.

„Es ist hoffnungslos“, seufzte sie. „Ich habe einfach kein Händchen für Blumen.“

Als Annika mal mit ihr in der Stadt war, gab es im Supermarkt wunderschöne rosa blühende Topfpflanzen. Spontan stellte Mama eine davon in den Einkaufswagen.

„Was machst du denn da?“, fragte Annika entgeistert.

„Die sehen so schön aus“, verteidigte sich Mama. „Außerdem sind sie nicht teuer.“

„Weißt du, was das für welche sind?“, wollte Annika wissen.

„Keine Ahnung. Aber das ist eigentlich auch egal. Schließlich brauchen alle Blumen Wasser, Dünger und Sonne.“

Also goss sie die Pflanze reichlich, steckte ein Düngestäbchen in die Erde und stellte den Topf auf eine sonnige Fensterbank.

Sofort ließ das Gewächs alle Blätter hängen, die Blüten fielen ab, und schon bald musste Mama wieder den Weg zur Mülltonne antreten.

„Ich verstehe das nicht!“, sagte sie zu Annika. „Ich hab doch alles getan! Es kann nur daran liegen, dass ich einfach kein Händchen für Blumen habe.“

Am 11. Dezember hatte Mama Geburtstag. Kurz vorher gingen Papa und Annika in die Stadt, um etwas für sie zu besorgen.

„Hast du schon eine Idee, was du Mama schenken willst?“

„Eine Pflanze.“

„Eine Pflanze? Du willst mich wohl veräppeln!“

Annika grinste. „Ich glaube, ich habe genau die richtige für Mama gefunden.“

„Die richtige Pflanze für Mama?“ Papa sah sie zweifelnd an. „Du meinst wahrscheinlich eine Plastikblume.“

„Nein! Einen Weihnachtsstern!“, rief Annika triumphierend.

„Wie kommst du darauf, dass der bei Mama eine Überlebenschance hätte?“

„Weil er nur ganz wenig Wasser braucht. Das hat Tante Sabine gesagt, und die kennt sich aus mit Blumen.“

„Wenn du meinst …“

Papa ging mit Annika ins nächste Blumengeschäft und sie suchte eine kräftige Pflanze mit leuchtend roten Blütensternen aus.

„Nimm besser eine, die rosa blüht. Rosa ist doch Mamas Lieblingsfarbe“, riet Papa.

„Nee, lieber rot“, sagte Annika. „Du weißt doch, mit rosa Blumen hat sie kein Glück!“

Mama war begeistert über das Geschenk. In den nächsten Tagen prüfte sie oft, ob die Erde feucht war, und las sogar in einem Blumenbuch nach, was da über Weihnachtssterne stand.

Während der Adventszeit verlor die Pflanze nicht ein einziges Blatt. Sie prangte auf dem Esszimmertisch, an den Feiertagen schmückte sie das Weihnachtszimmer, und am Neujahrstag sah sie immer noch taufrisch aus.

„Siehst du? Hab ich doch gesagt!“, flüsterte Annika ihrem Vater zu.

Januar und Februar blieb der Weihnachtsstern im Wohnzimmer stehen. Ab und zu betrachtete ihn ein Familienmitglied und schüttelte ungläubig den Kopf.

Zu Beginn des Frühlings verlor die Pflanze einige Blätter. „Jetzt wird sie wohl bald kaputtgehen“, stellte Mama fest.

„Ich finde, sie sieht immer noch recht ansehnlich aus“, meinte Papa. „Zum Wegschmeißen jedenfalls zu schade.“

Kurz vor Ostern stellte Mama den Weihnachtsstern in eine dunkle Ecke auf der Küchenfensterbank. „Er passt nun wirklich nicht mehr in die Zeit!“, sagte sie.

Auf der Fensterbank vergaß sie ihn völlig. Doch das schien dem Weihnachtsstern recht gut zu bekommen.

Im Mai fiel Annika plötzlich auf, dass er immer noch dort herumstand. Seine Blütenblätter waren ganz staubig. „Der könnte was Wasser gebrauchen“, dachte sie und goss ihn.

Irgendwann im Juni fragte Papa: „Wie hast du es bloß geschafft, den Weihnachtsstern so lange am Leben zu halten?“

„Wenn ich das wüsste!“, antwortete Mama. „Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gar nicht um ihn gekümmert habe.“

Und der Weihnachtsstern blühte weiter. Das Rot war im Laufe der Zeit zwar blass geworden, aber die Pflanze wuchs und hatte sogar ein paar neue hellgrüne Blätter bekommen.

Anfang August meinte Papa: „Im Hochsommer ist ein Weihnachtsstern wirklich fehl am Platz, findet ihr nicht?“

„Was soll ich denn machen?“ Mama zuckte hilflos mit den Schultern. „Ich kann eine gesunde Pflanze doch nicht einfach wegwerfen!“

Der September kam und niemand dachte mehr an den Weihnachtsstern, außer Annika, die ihm ab und zu ein bisschen Wasser gab. Die Pflanze hatte inzwischen einige kahle, dürre Stängel, aber immer noch viele Blätter.

Einen Monat später sah Papa den Weihnachtsstern zufällig, als er mal das Küchenfenster öffnete. Er lachte. „Wir können das Ding demnächst wieder auf den Tisch stellen! Ist das nicht eine Sensation?“

Mama nickte. „In diesem Haus grenzt es fast schon an ein Wunder!“

Kurz darauf verlor der Weihnachtsstern seine letzten blassroten Blütenblätter.

„Jetzt ist er wohl endgültig hinüber“, erklärte Mama.

Doch der Weihnachtsstern war keineswegs hinüber. Im Gegenteil: Ende November wirkte er wieder ziemlich kräftig und hatte viele junge Blätter.

Am ersten Advent stellte Mama ihn auf den Esszimmertisch. Dort ging er von einem Tag auf den anderen ein.

„Schade!“, sagte Mama, als sie ihn in die Mülltonne warf. „Ich hatte mich richtig an ihn gewöhnt. Aber andererseits bin ich auch froh, dass wir ihn endlich los sind.“

Annika war auch froh, denn es wurde wieder Zeit, ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen.

„Was ich Mama kaufe, ist ja wohl klar!“, verkündete sie.

„Aber diesmal muss es einer mit rosa Blüten sein“, verlangte Papa. „Wenn es um Weihnachtssterne geht, können Leute, die kein Händchen für Blumen haben, ein bisschen Pech gut gebrauchen.“

 
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Die Geschichte stammt aus dem Buch / eBook
Eva Markert: Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Dr. Ronald Henss Verlag

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